Liebe Familie, Freunde und sonstiger Folger,
vom 1.-12. Juni 2024 war es soweit und ich konnte mich wieder auf den Weg machen. Da ich die wesentlichen Wege in Spanien, die in Santiago de Compostela enden, schon erkundet habe, habe ich mich nun auf den Weg von meiner Haustür aus auf die Via Baltica und Via Coloniensis Richtung Trier begeben, um dann später über einen der Französischen Wege bis nach St. Jean Pied de Port zu gelangen, von wo aus der klassische Jakobsweg "Camino Frances" startet...
Dieser Weg war etwas anders als die Spanischen Wege, weil er nicht von zahlreichen Pilgerherbergen begleitet wird. So war ich dann auf alles mögliche wie Hotels, Pensionen, Fremdenzimmer, Jugendherbergen und private Unterkünfte angewiesen. Übernachtungen in Kirchen, Klöstern und Gemeindehäusern ergaben sich nicht. Ich ging diesen relativ kurzen Weg von rund 320 km von Hamburg über Bremen nach Osnabrück und betrachtete ihn auch als Übung für die restlichen ca. 550 km bis nach Trier bzw. nach Perl ins Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg.
Übersicht aller Etappen
Dargestellt sind die tatsächlich gelaufenen Etappen, die im Durchschnitt rund 30 km pro Tag lang sind und die aber von der geografischen Verteilung der Übernachtungsmöglichkeiten und deren Verfügbarkeit abhingen. Die Links in der Datum-Spalte helfen beim schnellen Navigieren zu den einzelnen Tagesberichten.
| Etappe |
Datum |
Tag |
Von - Bis
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Distanz [km] |
Auf [m] |
Ab [m] |
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31.05.24 |
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Vorbetrachtung und Vorbereitungen |
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| 1 |
01.06.24 |
Sa |
To Huus (A) - St. Pauli |
22,4 |
70 |
80 |
| 2 |
02.06.24 |
So |
St. Pauli - Horneburg |
40,4 |
120 |
130 |
| 3 |
03.06.24 |
Mo |
Horneburg - Heeslingen |
36,4 |
150 |
140 |
| 4 |
04.06.24 |
Di |
Heeslingen - Otterstedt |
28,1 |
80 |
80 |
| 5 |
05.06.24 |
Mi |
Otterstedt - Bremen (B) |
34,9 |
50 |
60 |
| 6 |
06.06.24 |
Do |
Bremen (B) - Barrien |
24,3 |
50 |
30 |
| 7 |
07.06.24 |
Fr |
Barrien - Wildeshausen |
34,1 |
170 |
180 |
| 8 |
08.06.24 |
Sa |
Wildeshausen - Visbek |
20,4 |
80 |
50 |
| 9 |
09.06.24 |
So |
Visbek - Kroge |
31,0 |
80 |
80 |
| 10 |
10.06.24 |
Mo |
Kroge - Wahlde |
25,6 |
260 |
230 |
| 11 |
11.06.24 |
Di |
Wahlde - Rulle |
30,9 |
280 |
290 |
| 12 |
12.06.24 |
Mi |
Rulle - Osnabrück (C) - To Huus |
9,8 |
80 |
110 |
| |
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Summen: |
328,5 |
1320 |
1230 |
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Mittelwerte: |
29,9 |
120 |
112 |
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13.06.24 |
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Nachbetrachtungen |
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Pilgerführer
Wie immer begleiteten mit die bewährten Pilgerführer vom Conrad Stein Verlag - diesmal mit Martin Simon als Autor.
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Via Baltica von Usedom nach Bremen Band 262, 4. Auflage 2022, 17,90 Euro, LINK |
Jakobsweg von Bremen nach Köln Band 301, 2. Auflage 2020, 16,90 Euro, LINK |
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Karten und das Wetter
Diese Karten zeigen ganz gut den Verlauf des Wegs mit den Teilstrecken aus den beiden Büchern, also von Hamburg (A) nach Bremen (B) und von Bremen (B) nach Osnabrück (C). Das Wetter ist wegen der Schwankungen natürlich nicht einfach vorhersehbar, aber ich habe mir die klimatischen Bedingungen bei www.wetteronline.de im Rückblick der Jahre 2022 und 2023 für Hamburg und Osnabrück angesehen und in einem PDF zusammengefasst, aber selbst ohne das Internet weiß man, dass man im Juni weder Mütze noch Schal benötigt - interessant war es aber schon, dass all die Daten verfügbar sind.
Der Weg aus Band 262 von Hamburg (A) nach Bremen (B)

(Verwendung der Karte mit freundlicher Genehmigung des Conrad Stein Verlags vom 20.10.2023) (Großansicht)
Der Weg aus Band 301 von Bremen (B) nach Osnabrück (C)

(Verwendung der Karte mit freundlicher Genehmigung des Conrad Stein Verlags vom 20.10.2023) (Großansicht)
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Orientierung via GPS
Irgendwo im Internet (Quelle ?!?) fand ich einen GPX-Track, der den kompletten Weg von Usedom bis Osnabrück darstellt und der sich zu Navigation gut eignet. Nun benötigte ich aber den Teil von Usedom nach Hamburg nicht und die Fähre zwischen Schulau/Wedel bis Lühe/Grünental hat einen Motorschaden, weshalb ich den Weg in Hamburg umbauen musste. Das klappt mit Komoot ganz gut und ich konnte den Weg nun mit Startpunkt Zuhause und Elbquerung in Blankenese bis Finkenwerder damit neu planen, in einer neuen GPX-Datei speichern und verwenden (LINK). Die Navigation hilft, wenn man sich mal verläuft oder den Weg aus einer Stadt heraus nicht findet.

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Tourenprofil

Vorbetrachtung
Die Via Baltica (von Swinemünde bis Osnabrück) bildet zusammen mit der Via Coloniensis (von Osnabrück nach Trier) den Teil der Deutschen Jakobswege, der durch Hamburg führt und der letztlich in Trier in die französichen Wege übergeht, welche dann in St. Jean Pied de Port enden. Dort startet dann der "Klassiker" Camino Frances bis nach Santiago de Compostela. Von Hamburg bis Santiago sind es entlang der markierten Pilgerwege ca. 3.200 km und nun dachte ich, dass ich mal direkt von Zuhause starte und schaue, wie das Pilgern in Norddeutschland funktioniert. Sechs große Wege in Spanien und Portugal, die alle in Santiago enden, kenne ich ja schon. Nun wird einiges anders, also die Unterkünfte, der Kaffee, die Kosten und vielleicht auch die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen entlang des Wegs. Ich bin sehr gespannt.
Vorbereitungen
Im Vorwege hatte ich mich beim Hamburger Pilgerstammtisch ein wenig über diese Wegvariante schlau gemacht und sie schien mir auch im Rahmen der Pandemie eine brauchbare Option zu sein, weil damals niemand wusste, ob und wie man in Spanien pilgern konnte und da schien die Heimat sicherer. Zusätzlich hatte ich über Pfingsten eine Wanderung von Büchen über Gudow, Mölln nach Ratzeburg unternommen, als Wiedereingewöhnung und um die Ausrüstung zu testen.
Anpassung der Ausrüstung

Das Foto zeigt die wesentlichen Änderung an der Ausrüstung:
- Der neue Regenponcho reicht bis weit übers Knie hinaus und bildet mit den Regengamaschen darunter eine gute Ableitung des Wassers bei Dauerregen
- Sonnenschutz 50+ hatte sich schon auf dem Camino del Norte bewährt. Hautkrebs ist und bleibt "uncool".
- Neu ist "Antibrumm Forte", als Mückenvertreiber, weil Antibrumm Natural neulich im Test keine brauchbare Wirkung zeigte.
- Der Pilgerausweis von St. Jacobi, dem Pilgerzentrum im Norden, sieht etwas anders aus als sonst und er hat weniger Seiten zum Stempeln.
- Meine alte Sonnenbrille hatte den Camino del Norte 2023 nicht überlebt und wurde durch eine neue mit aktueller Sehstärke ersetzt.
- Gut sind die beiden Klipp-Nylon-Gürtel von Decathlon für je 9,- Euro. Hat man zwei dabei muss man den am Tag durchgeschwitzen Gürtel am Abend nicht nochmal in die Ausgehhose umstecken.
Der Rest ist Pillepalle und nicht erwähnenswert. Weggelassen habe ich die Wanderstöcke, die Wind- und Regenjacke, Buff, Laufhandschuhe, Corona-Schnelltests, Nasenspray...
(9:00 Uhr Abmarsch, 15:00 Uhr Ankunft)
Die erste Etappe verlief mit der relativ kurzen Distanz von 22 km, kaum Steigungen und superschönem Wetter ganz entspannt. Viele Details aus Hamburg kennt der Hamburger natürlich und so beschränke ich mich mehr auf die Bilder und Eindrücke am Wegesrand.

Abmarsch von to Huus. Schritt Nr. 1 folgt sogleich 😀

Am Bahnhof Fuhlsbüttel-Nord kämpfen ein Baum und ein Zaun um die Vorherrschaft.

Häufiger sind jetzt Bienenwiesen zu sehen. Hoffentlich helfen die das Massensterben der Insekten ein wenig zu verlangsamen.

Minifrösche gab es in größeren Mengen an der Alster im Bereich Klein Borstel zu sehen.

Die ehemalige Ohlsdorfer Schleuse ist jetzt ein Wehr mit einer Fischtreppe - links zu sehen.

Canada-Gänse waren in größeren Gruppen zu sehen. Häufiger querten sie und natürlich auch die üblichen Standard-Gänse die Wege.

Zwei Blesshühner mit je einem Jungen.

An den Menkwiesen gibt es tolle und nachahmenswerte Grünpatenschaften.

Typisch Hamburg: Die Alsterdampfer - hier die Goldbek.

Unterwegs wurden Passanten mittels bunter Fähnchen vor Hundehaufen gewarnt. Gute Idee, oder?

Ein alter, aber chicer Heckflossen-Mercedes am Wegesrand (Leinpfand oder Bellevue).

Die Außenalster zeigt sich von ihrer schönsten Seite.

Der Michel erreicht St. Jacobi, um sich dort einen ersten Stempel abzuholen.

Der Mö-Grill bietet mittlerweile auch vegane Currywüste mit Pommes an. Die musste ich für stolze 7,70 Euro mal probieren.

Ein Denkmal für die Zitronen-Jette, die es wohl wirklich einmal gab.

In St. Michaelis (Michel) gab es den 2. Stempel. Die Figur zeigt den Erzengel Michael, wie er Luzifer in die Hölle treibt.

Dies ist der Haupteingang der Jugendherberge am Stintfang.

Das ist mein Vierbett-Zimmer Nr. 122 mit zwei 2er Stockbetten links und den Spinden, Bad und Waschbecken rechts. Es kostete 40,00 Euro plus 5,50 Euro Zuschlag wegen des Alters 27+ sowie Kurtaxe 1,00 Euro = 46,50 Euro in Summe.

Da es in der Jugendherberge keine Möglichkeit zum Trocknen der nassen Sachen gibt, kommt meine Wäscheleine zum Einsatz.

Ausblick von der Terrasse der Herberge. Das ist schon echt toll. Die Herberge hat einen schönen Platz mit der allerbesten Aussicht an den Landungsbrücken.

Gute Nacht 😴
Kommentare:
Des Nachts gab es einige Störungen durch Leute, die alkoholisiert erst um 2:00 erscheinen und dann erst ihr Bett herrichteten, aber es war trotzdem ok. Dafür stand ich um 6:00 Uhr auf, duschte mich und packte meine sieben Sachen.
Trotz Iron-Man und Fischmarkt erreichte ich Blankenese rechtzeitig, aber ebenso wie die Fähre aus Schulau, die wegen Motorschaden nicht fährt, fuhr diese Fähre tide-bedingt den ganzen Tag nicht. Ein anderer Käpitän, dem ich meine Not schilderte, fuhr mich aber rüber nach Neuenfelde.
Der Weg von Cranz nach Lühe/Grünendeich war nicht toll, aber der von Grünendeich nach Horneburg umso mehr.

Schnelles, aber reichhaltiges Frühstück um 7:00 Uhr in der Jugendherberge. Ein Brötchen wanderte als Wegzehrung in den Rucksack.

In dieser Jugenherberge wird ein Frühstücksbuffet angeboten, roten Tee von früher gibt es auf Wunsch immer noch, aber man muss als Gast nicht mehr hinterher abwaschen oder sonstige Dienste verrichten.

Heute war Fischmarkt und es war viel los. Schade, dass ich keine Zeit hatte, um wie hier dem Gegröhle der Holländischen Blumenverkäufer beizuwohnen. Ich wollte ja die Fähre in Blankenese nicht verpassen, die nur stündlich fährt.

Das Kapitänsviertel in Övelgönne ist immer wieder eine Augenweide mit den zum Teil wirklich schmucken Häuschen.

Dies hier sind der Michel (links) und der alte Schwede (rechts), den man bei Baggerarbeiten in der Fahrrinne fand und sehr umständlich bergen musste. Er wurde in der letzten Eiszeit aus Schweden hergeschoben.

Der Kapitän dieses Bootes hatte ein Einsehen mit dem armen Pilger und brachte ihn rüber nach Neuenfelde, weil ja auch die Fähre der HADAG den Tag über nicht fahren sollte... :-(

So sah dann auch noch ein guter Teil des Wegs Richtung Lühe aus...

Dieses Boden-Graffity widme ich den Lesern dieser Webseite :-)

Ich sah heute viele Kirschbäume und ein paar reife Kirschen verleibte ich mir direkt vor Ort ein ohne die Besitzer zu fragen.

Ab Lühr/Grünendeich ging es fast immer zur Straße etwas erhöht die Lühe entlang, die aus Horneburg kommt und in die Elbe mündet.

Wieder sah ich viele bunte Vorgärten, aber es waren so gut wie keine Bienen zu sehen. Das macht mir langsam Angst.

Tolle Fachwerke ließen sich bewundern.

Dies ist mein Zimmer in der Pension Janina. Es kostet zwar 63 Euro pro Nacht ohne Frühstück, aber es ist groß und ruhig.

Vorspeise beim Griechen umme Ecke: Tomatensalat mit Zwiebeln und etwas Feta.

Hauptspeise: Warme Gigantes (Riesenbohnen, links) und Spinat mit Sahnesoße und alles mit Käse überbacken.

Ouzo - Absacker und Verteiler am Abend.
Kommentare:
Annette
Ich hatte sehr gut geschlafen und bin erst um 5:45 Uhr aufgewacht. Beim Bäcker gab es um 6:15 Uhr ein gutes Frühstück und dazu ein geschenktes Restbrot vom Vortag. So gestärkt bin ich um 7:30 Uhr gestartet und um 16:15 Uhr nach gut 36 km in Herslingen angekommen.
Es ging durch viele ländliche und einsame Gegenden, aber ich bemerkte, dass man sich vermehrt um die Jakobswege und Pilger kümmert - sei es durch Pausenbänke, Hinweistafeln, Stempel und bessere Wegweiser.
Untergekommen bin ich bei Familie Mundt in Heeslingen, die mich sehr herzlich aufnahm und sich um mich kümmerte. Wir nahmen gemeinsam das Abendbrot ein und erzählten eine ganze Menge. Das war eine sehr gute Entscheidung und Erfahrung, eine private Unterkunft probiert zu haben - großen Dank an Magdalene und Volker für ihre Initiative und Ihr Vertrauen.

Frühstück beim Bäcker für 8,90 Euro.

Viele Wege waren heute so oder so ähnlich - also hart und nicht so schön für die Gelenke.

Es war trotzdem schön in dem Grün und frei von Mücken.

Ein Foto für die Facebook-Gruppe "Gärten des Grauens". Warum wohl?

Ein Rosenfreund?

Wieder fanden sich Warnfähnchen in Hundehaufen.

Der Hafermilchkaffee im Italienischen Eiscafe tat gut.

Da freut er sich, der Michel :-)

Ein Steinhaufen mit Sprüchen und Geschichten.

Ein imposantes Insektenhotel - da sollte doch jedes Insekt ein Angebot finden. So eines in etwas einfacher würde ich gern installieren, aber fürchte die Honks, die es dann anzünden oder zerstören.

Beispiel für Wissenswertes am Wegesrand. Das haben die hier echt gut gemacht.

Es gab genug Möglichkeiten zum Pausieren - in Spanien eher eine Seltenheit.

Endlich eine Hummel, wenn schon keine Bienen zu sehen sind. Findet Ihr sie?

Es gibt hier in der Gegend viele Strohballen-Lagerstätten und es stinkt häufiger nach Gülle, aber Kühe sieht man keine. Hier hat eine angekettete Kuh die Chance zumindest mal den Kopf in die Sonne zu halten...

Das Haus meiner Gastgeber Magdalene und Volker Mundt in Heeslingen direkt am Jakobsweg.

Meine heutige Bleibe in einem eigenen Zimmerchen.

Der Stempel von unterwegens.
Kommentare:
Gut gefrühstückt verließ ich um 8:00 Uhr das Haus und war um 15:00 Uhr im Ziel. Bis heute habe ich übrigens keinen weiteren Pilger getroffen.
Der Tag plätscherte ohne besondere Vorkommnisse vor sich hin, aber am Ziel, die private Vermietung der Familie Schäfer für 15 Euro, wurde ich mit einem tollen 3er-Zimmer belohnt, das ich alleine nutzen kann, weil sich auch keine weiteren Pilger angekündigt hatten - auch gut.
Herr Schäfer fuhr mich noch zum Restaurant am See und holte mich sogar wieder ab. Das war wirklich toll. Für morgen muss ich auf ein Best Western in Bremen umschwenken, weil die Buchungen in Bremen schwierig sind: Kloster voll belegt, Hostels melden sich nicht, gehen nicht ans Telefon oder haben Internet-Adressen, die vom Browser wegen Unsicherheit nicht dargestellt werden, usw...

Der Michel am Morgen tut mal winken.

Weg durch ein Gehöft.

Eine Biene und eine Hummel auf einem Foto - das war aber auch schon die Ausnahme heute.

Lange Wege auf Asphalt.

Die Via Romea ist ein Pilgerweg, der nach Rom führt. Mit dem Thema habe ich mich noch nicht beschäftigt. Santiago de Compostela ist nach Jerusalem und Rom nur die drittwichtigste Pilgerstätte.

Auf diesem Untergrund ließ es sich gut gehen. Füße und Unterschenkel sind aber trotzdem sehr angestrengt...

Weite Felder.

...

...

Diese tolle Raupe fand ich am Wegesrand. Was aus ihr wohl mal wird?!?

Diese mannshohe Diestel wird sicher mal wunderschöne Blüten bekommen.

Vermutlich eine tote Blindschleiche.

Am Ziel der heutigen Reise.

Das Haus meiner Gastgeber mit einem blühenden Garten - ohne Bienen...

Mein überaus großzügiges Zimmer für diese Nacht.

Mein Abendessen von heute - der Falafelteller.

Diese Automaten wecken wohl bei jedem in meinem Alter Kindheitserinnerungen :-)
Kommentare:
Marijke
Ich freue mich sehr für dich, dass du so tolle private Unterkünfte gefunden hast.
Sebastian
Moin Michael, deine Seite ist top. Sehr spannend die Etappen nachzulesen bzw. die Bilder anzusehen. Aus der Raupe wird wohl ein brauner Bär (Schmetterling). Habe ich in seiner finalen Form auch noch nicht fotografiert. https://de.wikipedia.org/wiki/Brauner_Bär_(Schmetterling). Gute Reise noch :-)
Diese Nacht hatte ich richtig gut geschlafen und früh das Haus verlassen, um im Dorfladen zu frühstücken und um dort den Regenschauer passieren zu lassen. Den restlichen Tag sollte die Sonne scheinen mit zwischenzeitlichen Bewölkungen und so war es auch.
Ähnlich wie gestern ging es viele lange und einsame Wege entlang ohne wieder auch nur einen einzigen Pilger oder Wandersmann zu treffen. So waren es wieder die optischen Eindrücke, die den Tag ausmachten.
Immerhin bekam ich einen Stempel im Bremer Petri-Dom und ich habe nach nun ca. 162 km auch Bergfest auf dieser etwa 320 km langen Pilgerstrecke.

Frühstück um ca. 6:45 Uhr im Dorfladen in Otterstedt. Dort konnte ich in Ruhe sitzen und den restlichen Regen abwarten.

Gegen 7:45 Uhr war es zwar noch nass, aber der Himmel blau. Die Luft war wunderbar.

Es gab wieder viele von diesen ekligen Wegschnecken zu sehen. Auf diesem Foto fressen sie sich wohl wieder gegenseitig auf. Ich mag gar nicht daran denken, was die Viecher derweil mir meinen Pflanzen zuhause anstellen... :-(

Kühe beim Essen im Stall direkt am Wegesrand - anstatt auf der Weide.

Straße mit Schotterweg anbei für Radfahrer und Fußgänger. Für mich war der seitliche Schotterweg schonender.

Dies ist der traurige Rest eines Staubsaugers *) den der Wolf getötet hat. Was machte der Staubsauer überhaupt soweit weg von zuhause? Ein sinnloser Tod...
*) Preisfrage: Wie gendert man "Staubsauger"?

Zwerghühnereier im Angebot am Wegesrand.

Wegen der seitlich eingeengten und dadurch schmerzhaften Zehen, kommt jetzt die Zwischenknotentechnik wieder zum Einsatz. Der Zwischenknoten verhindert beim Zuziehen der Schnürsenkel, dass der Schuh an der Fußspitze mit zugezogen wird. Dadurch haben die Zehen mehr Platz.

Eindrücke aus einer riesigen Sumpflandschaft.

Dito.

Kaffeepause am Kuhsiel.

Wieder fand ich so eine schöne Raupe auf der Straße.

Die Sitzbank ist unter dem Gewicht der fetten Ente schon zusammengebrochen. Das hat sie nun davon. Jetzt muss sie auf dem Anleger schlafen - also die Ente.

Toller Rad- und Geh-Weg im Bremer Grün. Es erinnert an den Hamburger Stadtpark, nur das dieses Grün sehr lang gezogen ist.

Der Bremer Petri-Dom.

Mein Best-Western-Hotel nahe dem Bremer Hauptbahnhof (im Hintergrund).

Das Zimmer des Pilgers erkennt man an Schuhen und Klamotten, die er zum Lüften raushängt.

Mein Abendessen in Form eines Tofu-Curry.
Kommentare:
Im Grunde war alles gut heute Nacht, abgesehen von dem laut streitenden und schreienden Pärchen in der Nähe sowie den Testosteron geschwängerten Asis, die ständig mit laut aufheulendem Motor unterwegs waren, um ihre Männlichkeit und Blödheit zur Schau zu stellen.
Das Frühstück gab es in der Back Factory um die Ecke für 10 Euro anstatt Buffet im Hotel für 18 Euro. Dann erst verließ ich um 7:30 Uhr das Hotel und verließ Bremen über die Dom-Insel, die kleine Weser entlang bis Dreye.
Der Weg war sehr entspannt und sonnig. Der Zwischenknoten sowie einige Dehnungen von Waden und Schienbeinmuskeln bzw. Faszien im Vorwege, hatten eine gute Wirkung.
Frühstück gibt es in der Frühstückspension Sabine Bock, die ich um 14:00 Uhr erreichte, EZ, 40 Euro Cash, leider nicht, aber dafür helfen dann etwas Brot und der Babybell. Dafür hat sie meine Pilgerkluft (Wanderhose, T-Shirt und Wandersocken) gewaschen und getrocknet. Unterwegs fange ich bereits an übel zu riechen. Einen Kaffee werde ich morgen schon irgendwo finden.

Mein Frühstück für 10,10 Euro. Die Laugenstange nahm ich mit für schlechte Zeiten. Trotzdem fehlt mit langsam mein eigenes Brot und meine Haferflocken mit Nüssen und einer halben zermatschten Banane drin.

Typischer Weg des Vormittags an der kleinen Weser bei sonnigem Wetter - auch wenn es noch kühl war.

...

Der Müde-Michel am Anna-Weg 😊

Weiter und immer weiter...

Nach dem Unterqueren einer Autobahn musste ich auch unter der Bahntrasse noch durch. In Hamburg sieht man einen ICE übrigens nie in ganzer Länge - tut ja auch nicht Not.

Dann ging es auch ohne begleitendes Wasser durchs Grün.

Ein Stein fast wie die Wegweiser-Monolithen in Galicien.

Endlich gab es mal Kühe auf der Weide zu sehen, aber warum haben die keine Hörner?

Michel nach über 20 km am Zielort, aber er sieht frischer aus, als am Start - also sechs Fotos weiter oben. Nach einem kurzen Schlaf sieht er dann aber wieder zerknittert aus.

Hier mal ein echt chicer Amerikanischer Oldtimer. Der würde mir auch gefallen 😀👍

Meine Pension mit blauen Fenstern - wie in Heeslingen.

Mein heutiges Zimmer - groß und geräumig.

Ich finde es schön, wenn man Stromhäuschen (wie hier) und Ähnliches so bunt und schön gestaltet. Ich finde es auch schön, wenn andere Sprayer diese Kunst ebenfalls akzeptieren und deshalb in Ruhe lassen.

Meine heutige Vorspeise war ein ungewöhnlicher Salat, aber er schmeckte sehr erfrischend und gut :-)

Die Hauptspeise waren dann ebenfalls zwei Vorspeisen, also dicke Bohnen (Gigantes) und gebackener Feta.
Kommentare:
Trotz tropfenden Wasserhahns habe ich sehr gut geschlafen, aber um 5:00 Uhr war ich wach. Da ich wegen der langen Tour früh los wollte, wartete ich nicht auf die Bäcker, sondern aß Brot mit Käse sowie eine Hand voll Studentenfutter im Zimmer und startete um 6:20 Uhr in der Hoffnung unterwegs einen Kaffe zu bekommen - dieser Wunsch wurde mir aber erst um 11:30 Uhr in Harpstedt erfüllt.
Der Weg bis Wildeshausen war sehr unspektakulär und um 14:50 Uhr war ich am Ziel. Das Hotel war mit 77 Euro leider deutlich teurer, als die 50 Euro, die im aktuellen Reiseführer von 2020 angegeben sind... :-(
Nach einer Ruhepause reservierte ich die restlichen Unterküfte. Einige waren schon ausgebucht und so musste ich die Etappen noch mal umplanen und auch teure Unterkünfte mit einbeziehen.
Am Mittwoch, den 12.06 werde ich nach einer sehr kurzen Etappe von ca. 13 km Osnabrück erreichen, mir im Dom St. Peter den finalen Stempel abholen und dann mit der Bahn nach Hamburg zurück fahren.
Leider habe ich bis heute keinen einzigen anderen Pilger getroffen.

Alte Mühlen - sowie die hier in Barrien - eignen sich ja immer gut als Fotomotiv - also Bitteschön.

Durch den relativ frühen Start bekam ich noch etwas Morgenstimmung mit.

Es gibt hier auf dem "Hoher Berg" einen Aussichtsturm - sollte ich da rauf?

Klar, die Aussicht ist schon toll. Der Link in hoher Auflösung folgt, wenn er mir mit dem Smartphone gelungen ist.

Hier der Blick in eine etwas andere Richtung.

Jo, und ich wollte dann auch mit auf das Foto :-)

In der Nähe fand ich diesen Hinweis, also vor einem gigantischen Maisfeld in Monokultur und vermutlich mit Glyphosat und anderen Giften behandelt, aber davon ist nix erwähnt.

Mal ein etwas anderer Vorgarten mit Landrover und Zapfsäule. Vermutlich ist der Besitzer mit dem Vehikel schon weit gereist - oder es ist sein Traum für später.

Weiter geht es über lange und eher einsame Wege.

Dieses Getreidemuster wäre doch mal ein prima Puzzle-Motiv für Puzzle-Freaks, die nichts mehr schocken kann.

Weiter gehts...

Diese Haltestelle fand ich entzückend: Klein, sauber und adrett. Da fehlt nur noch ein Forrest Gump auf der Bank :-)

Diese Weg war ok, weil das Gras trocken war. Wenn es nass ist, fällt es weiter nach innen in den Weg und dann sind danach die Hosenbeine klitschnass.

Sehr vermisst - mein erster Kaffee um 11:30 Uhr.

Weiter...

...und immer weiter.

Diese Mistkäfer war so gesehen schon eine Abwechslung auf dem langen Weg.

Den Zielort Wildeshausen habe ich erreicht. Jetzt muss ich nur noch das Landhaus finden.

Ein schmaler Weg, aber schon in bewohntem Gebiet.

Meine heutige Bleibe, das Landhaus Fillerberg für 77 Euro pro Nacht und 12,50 Euro Frühstück.

Mein lüttsches Zimmer. Den Preis ist es meiner Meinung nach nicht Wert. Nicht wegen der Größe, sondern wegen einiger Mängel und Schäden.

Als Abendessen gab es einen Veggie-Burger für 14,50 Euro plus Süßkartoffel-Pommes für 4,50 Euro. Den in der Karte angekündigten Salat findet man oben links auf dem Teller.
Kommentare:
Heute war ich etwas im Stress, weil ich wegen des tollen und reichhaltigen Buffets erst um 8:15 Uhr starten konnte, aber trotzdem nach rund 21 km bis 14:00 Uhr in Visbek ankommen musste, weil die dort nämlich von 14-17 Uhr geschlossen haben.
Eigentlich passte das ganz gut, aber ich bin einige zeitraubend vergebliche Wege gegangen, weil die lokale Ausschilderung, mein GPX-Navigations-Track, der Wanderführer sowie unklare Wegvarianten nicht stimmig waren. So hat ein reicher Pfeffersack das halbe Dorf "Aumühle" aufgekauft und alles als "privat" mit "Durchgang/Durchfahrt verboten" beschildert...
Ich war aber trotzdem um 12:45 Uhr im Landgasthof Wigger und bekam nach einigem Hin und Her das tolle Zimmer "Kammer Tante Anna". Der Weg selber war unspektakulär. Hier mögen die Fotos für sich sprechen.
Zum Gasthof gehören ein Imbiss sowie eine Raucherkneipe. Immerhin bekam ich dort ein paar salzige Pommes und aß die mit altem Brot von vorgestern bzw. einem Brötchen von heute morgen. Der Hit war aber eine Schale Erdbeeren mit Schlagsahne im Café gegenüber. Meine innere Batterie ist zwar jetzt etwas entladen, aber das Leben ist trotzdem schön :-)
PS: Das Café musste ich um 18:00 Uhr verlassen, während ich dies hier tippte, aber die Bedienung bot mir an ins Restaurant neben umzuziehen. Dort beginnt dann ihre nächste Schicht und es gibt dort lecker Salat.

Das Frühstück für 12,50 Euro war diesmal etwas opulenter, aber warum auch nicht? Mehr als satt macht aber keinen Sinn, also noch ein Brötchen für Zwischendurch geschmiert und los...

Ein schöner bunter Gründtreifen noch in Wildeshausen.

Nach etwas Gewerbegebiet schlossen sich die üblich einsamen Wege über Land an.

Das Schild zeigt wohl eine Fliege, aber was soll es mir sagen? Besondere Fliegen sind mir dort nicht aufgefallen.

Der Orteingang von Aumühle, wo ich nicht sehr weit kam und wegen der privaten Durchgangssperren wieder umdrehen musste, aaaber: Die Bushaltestelle heißt "Bauer Harms" und es gab kein Graffity in dem schmucken Wartehäuschen!

Diese Kühe (Jungs ?!?) kamen kurz nach dem Foto alle zu mir angerannt, aber ich hatte gar nichts für sie. Ich blieb doch nur kurz stehen, um dieses Foto zu machen...

Später kam ich zu dieser uralten Grabstätte. Ich finde es gut, wenn man alles Wissenwerte auf Infotafeln präsentiert, auch wenn man zum Lesen zwischendurch gar nicht immer die Zeit und Muße hat.

So sieht die Grabstätte dann in natura aus.

Und wieder geht es durch waldige Wege...

...und durch Felder...

...und wieder Wald.

Hier gab es sogar eine tolle Ansammlung von Fingerhüten.

Dies ist der Landgasthof Wigger.

Und das bin ich vor dem Zimmer "Kammer Tante Anna",...

...also dieses Zimmer. Das ist echt gemütlich und ich versinke im Bett.

Im angrenzenden Imbiss bekam ich salzige Pommes. Vermutlich verlangte nein Körper danach. Zusammen mit den Käsebrötchen wurde ich aber satt.

Dies ist übrigens das imposante Angebot vom Imbis. Für was hättet Ihr Euch entschieden?

Nach einer Mittagsruhe begab ich mich in das "Café Bremer Tor" gegenüber. Sehr urig und irgendwie Friesisch.

Dort gab es nicht nur Kaffee mit Hafermilch, sondern auch Erdbeeren mit Schlagsahne - mhhhm!

Im Restaurant direkt daneben gab es für mich noch einen Ziegenkäsesalat. Jetzt fühle ich mich wieder mit allen Nährstoffen versorgt und kann den 32 km morgen gelassen entgegen blicken. Gute Nacht! :-)
Tatsächlich konnte ich gut schlafen auf der Matratze, in der ich buchstäblich fast versank und unter der schweren Federdecke - wieviele Leute wohl darin schon geschlafen haben oder gestorben sind?
Jedenfalls gab es mehr und weniger alte Brötchen zum Frühstück und ich fand sogar einen Wasserkocher mit Kaffeepulver in meinem Zimmer - was will ich mehr?
Also Abmarsch um 6:45 Uhr zu den wie immer etwas eintönigen Wegen übers Land, die aber den Vorteil haben, den Kopf mit nix beschäftigen zu müssen.
Meine private Unterkunft auf dem Gut in Kroge erreichte ich um 14:15 Uhr nach ca. 31 km. Dort wurde ich herzlich aufgenommen und mit Pilgerrabatt zahlte ich 15 Euro für ein Bett mit Gemeinschaftsbad/Dusche sowie separaten Toiletten. Es ist aber alles sauber und total ruhig hier.

Diese Mini-Black-Roll habe ich seit meinem zweiten Camino immer dabei und wenn ich nach einer langen Tour mit platten Füßen in die Dusche steige, rollere ich mit den Füßen und vor allem den Fersen und Fußgewölbe darüber und es tut ihnen richtig gut. Der Profi rümpft wegen der zusätzlichen 100 g Gepäck natürlich die Nase.

Abmarsch im 6:46 Uhr aus Visbek.

Solche Jesus-Am-Kreuz-Darstellungen fand ich hier häufiger in privaten Gärten, so wie hier, als auch auf öffentlichen Plätzen.

Ein schöner Weg im sonnigen Morgenlicht.

Osteuropäer bei der Erdbeerernte.

Ich habe mir dort auch eine Erdbeere gestohlen ... und aufgegessen!

Eine Ansammlung diverser Pflanzen vom Typ Riesenbärenklau fand ich ebenfalls. Die können Allergien und übelste Verätzungen verursachen. Daher werden die meines Wissens zumindest auf öffentlichen Grund von Profis in speziellen Schutzanzügen beseitigt.

Weiter gehts.

Auch Kitschiges findet sich manchmal am Straßenrand.

Nächste Gefahr, aber nur ein paar Hundert Meter lang.

Der Bäcker in Vechta belohnte mich mit Brötchen und Kaffee.

Ich würde diese Kunst-Installation "Gleisschotter mit Steinbaum-Imitat" nennen. Oder soll das doch so etwas wie ein Garten sein?

Also weiter im Trab.

Mit diesem Fachwerk-Futterhaus hat sich jemand viel Mühe gegeben.

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Meine Bleibe von heute: Der Hof Göttle-Krogmann.

Also dieses Zimmer hier ist meins. Von den sieben Betten in vier Räumen ist nur mein Bett belegt.

Im Cafe am Klosterstuhl gab es außer Kuchen nur dieses Käsebrot. Das aber stilvoll mit Tomaten und Gürkchen.
Kommentare:
Claudia
Das sind ja wirklich teilweise Puppenstuben, in denen Du übernachtet hattest. Glücklicherweise nicht wie bei Pension Irmchen 😀 Meine Empfehlung von meinem Camino ist die kleine Halbkugel von Black Roll
Des Nachts wachte ich auf und bemerkte, dass am Abend gegen 21:45 Uhr jemand von der heutigen Bleibe (Hotel Café Wahlde, 82 Euro Zimmer plus 15 Euro Frühstück) angerufen hatte. Was bedeutete das? Hatten die mit mir gerechnet, obwohl ich erst heute dort Übernachten wollte? Anrufe und Emails brachten um 0:06 Uhr natürlich keinen klärenden Erfolg, aber dafür mich um meinen Schlaf, weil ich die restlichen beiden reservierten und mühsam geplanten Übernachtungen gefährdet sah...
Ein Käsebrötchen von gestern hatte ich für den Morgen noch und in der Küche gab es Kaffeepulver, um einen Räuberkaffee zu kochen. Das reichte und ich begab mich um 6:00 Uhr auf Tour. Nach etwa 7 km konnte ich bei einer Pause beim Bäcker in Steinfeld endlich das Hotel erreichen und ich war tatsächlich irriger Weise für gestern eingetragen gewesen, aber sie würde mich problemlos auf heute verschieben - Gott sei Dank!
Zusehens wurde das Wetter gemäß der Prognosen nun schlechter und ich musste erst mit meinem Regenponcho dagegen halten und die ca. letzten zwei Stunden bis zum Hotel um 12:30 Uhr zusätzlich mit den Regengamaschen. Die Kombination funktionierte aber sehr gut. Wie Rumpelstilzchen kam ich im Hotel an und es war ein Traum: Tolles Zimmer, unheimlich nettes Personal, ein bescheidenes Essen, obwohl die Küche eigentlich geschlossen ist, lecker Kaffee mit Haferdrink und hausgemachter Kuchen sowie schnelles WLAN.

Hier in Kroge ist die Welt noch in Ordnung. Beim dreitägigen Schützenfest wurde Jonas zum König gekürt bzw. gekrönt. Es sei ihm wirklich gegönnt:-)

Der Sinn dieses Plastik-Kleppers hat sich mit nicht erschlossen, aber ich bin ja auch aus der Stadt und daher mit den Sitten und Gebräuchen der Dörfler nicht vertraut.

Morgen-Michel gegen 7:30 Uhr nach ca. 7 km auf Tour.

Dieses alte Gebäude hat der NABU übernommen und an allen Wänden zahlreiche Nistmöglichkeiten geschaffen.

Heute gab es viel mehr engere Wege im Vergleich zu den meist breiten Feldwegen der letzten Tage.

In der Nähe des Mordkuhlenbergs wurde es schon feuchter. So getragen, kann der Regenponcho schnell nach vorne übergestreift werden - oder auch schnell wieder zurück ohne den Rucksack abnehmen zu müssen.

Enge Wege durch waldiges Gebiet - Dammer Berge.

Auch wenn Santiago noch fast 3.000 km entfernt ist, lässt diese Markierung hoffen :-)

Das Wetter wurde immer nasser.

In dieser Hütte machte ich eine kurze Pause und streifte auch noch die Regen-Gamaschen über.

Diese drei Ladies konnte der Regen nichts anhaben. Ihren Pferden wohl auch nicht.

Als hätte ich es geahnt, ging hier der Weg durch. Nur mit einer normalen Hose wären die Hose bis zu den Knien klitschnass und die Schuhe eventuell schon durchgenässt gewesen. Yes, in der Vergangenheit hatte ich das Problem des Öfteren und es liegt natürlich auch daran, dass die Wege nicht ordentlich gepflegt bzw. gemäht werden.

Dies ist der berühmte Schwanenteich bei Wahlde, auf den im Vorwege diverse Wegweiser hinwiesen, aber weder ließen sich die Viecher blicken noch wurde das fast gleichnamiges Ballet aufgeführt.

Der Butzemann hat sein heutiges Ziel erreicht.

In diesem Gebäude sind Hotel, Café und Restaurant untergebracht.

Mein großes Zimmer mit Terrasse. Bei besserem Wetter hätte ich die Terrasse auch sehr gerne genutzt. Man sieht nur Wald und Wiese nach hinten heraus.

Stärkung 1: Kaffee mit Haferdrink und Strammer Max*)

Stärkung 2: Noch'n Kaffee mit Haferdrink und lecker Kuchen*)

Stärkung 3: Abendessen in Form eines frischen Salats*)
*) Zur Frage: Warum fotografiert der Mann sein Essen?
Wenn man täglich fast 30 km zu Fuß und mit Sack und Pack unterwegs ist, dann ist das körperlich auf Dauer eine Strapaze. Um am nächsten Tag wieder fit genug zu sein, bedarf es meiner Meinung nach vier wesentliche Dinge:
a) Genug guten Schlaf und Ruhe. Schnarcher, Zähneknirscher, Stinker, Schnacker, Spacken und dergleichen im gleichen Raum sind kontraproduktiv.
b) Pflege der körperlichen Zipperlein, wie ausgiebiges und richtiges Dehnen, behandeln von Blasen, eincremen der Füße, nutzen der Black-Roll, Massagen usw.
c) Alkohol-Exzesse vermeiden. In Spanien erlebe ich das Angebot einer halben Flasche Rotwein (Vino Tinto) als obligatorisch und mit dem Spruch "No Vino - No Camino!" trinken einige Leute mehr als ihnen gut tut. Wie soll sich der Körper in der Nacht um seine Heilung kümmern, wenn er primär mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt ist?
d) Gutes und nahrhaftes Essen. Manche Touren dauern so lange wie die übliche Tagesschicht eines Arbeiters oder Angestellten und ein gutes Essen am Abend sowie die Imbisse im Rahmen einer kurzen Rast sind da sehr willkommen. Man freut sich darauf. Und zu guter Letzt will auch Mutti wissen, dass der Bub genug zu Essen bekommt.
Kommentare:
Bis 5:00 Uhr hatte ich super geschlafen, war dann aber hellwach. Von meiner Terrasse sah ich einen herrlichen Sonnensufgang und genoss danach ein gutes Frühstück.
Um 7:40 Uhr ging es los und wegen der eher ungüstigen Wetterprognosen ab mittags, hatte ich die Regengamaschen schon an und den Regenponcho griffbereit. Nur bei wenigen sehr kurzen Nieselregen kam er zum Einsatz und als es einmal richtig goss, saß ich gerade beim Bäcker für Kaffee & Kuchen.
Ich querte den Mittellandkanal, besuchte das Varusschlachtmuseum bei Kalkriese für eine Tasse Kaffee und ärgerte mich manchmal über zu enge Wanderwege mit hüfthoch nassen Gräsern an den Seiten. Zeitweise waren auch die Ausschilderungen wieder sehr dürftig. Da macht es wirklich Sinn die lokale Ausschilderung, den Wanderführer und die GPS-Navigation im Blick zu behalten und sich dann hoffentlich für den richtigen Weg zu entscheiden...
Erstmalig traf ich ein älteres Pilgerpärchen aus Erfurt, das den Weg von Bremen nach Köln gehen möchte. Viel Erfolg!
Mein Körper hat sich jetzt angepasst und ich könnte ab jetzt täglich Etappen von 35 km problemlos gehen. Es ist erstaunlich woran man einen Körper gewöhnen kann - dafür ist mein Schnellkraft jetzt wieder futsch :-)

Sonnenaufgang.

Müsli fast wie zuhause.

Ein Eichen und Brötchen zum Frühstück. Mir fehlt aber mein selbstgebackenes Michel-Brot.

Auf gehts.

Landschaft.

Bei diesem alten Bauernhaus hat mir der schöne Giebel sehr gut gefallen.

Hier sind im Bild mal die schon mehrfach erwähnten Regengamaschen zu sehen. Heute beim hohen nassen Gras sowie gestern im Dauerregen waren sie sehr hilfreich.

Wege.

Dieses Moor ist Teil eines Moor-Erlebnispfads.

Diverse Schilder informieren die Besucher, aber um sich das alles anzusehen, müssten man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen.

Wege.

Eine alte Klosteranlage.

Wege.

Der Mittellandkanal - nicht spannend, aber jetzt habe ich ihn wenigstens mal gesehen.

Das Museum zur Varusschlacht kann ich sehr empfehlen. Vor einigen Jahren war ich schon mal hier und konnte mich über aktuelle Forschungen, Funde und Geschichte informieren. Das ist ein tolles Museum.

Das einzig Gute an diesem Kuchen war, dass ich nicht zeitgleich draußen im strömenden Regen wandelte.

Wieder eine interessante Raupe.

Warum haben die Pferde so seltsame Masken auf? Sehen können sie offensichtlich damit.

Rulle - der Zielort ist erreicht. Jetzt nur noch das Hotel finden.

Also dieses Hotel Lingemann, für das ich 76,50 Euro für das Zimmer sowie 10,50 Euro für das Frühstück bezahle.

Die Zimmer sind auf diverse Gästehäuser verteilt.

Die ist mein Zimmer in der 1. Etage und es verfügt über einen eigenen Balkon.

Vorspeise am Abend gegen das schlechte Gewissen durch den Kuchen vom mittag.

Leider gab es für Vegetarier neben dem Gemüsepuffer nur Pizzen, sowie diese hier... :-(
Kommentare:
Diese Nacht schlief in unruhiger als sonst, eventuell weil ich schon die Rückfahrt im Kopf hatte? Aber was hätte passieren können bei ca. 13 km wandern plus stündliche Züge von Osnabrück nach Hamburg?
Das Frühstück im Hotel war wieder gut und ich mit zwei geschmierten Brötchen für den Rückweg bewaffnet.
Zum Wandern und für den Rückweg wählte ich meine relativ saubere Ausgehhose und mein langärmeliges Shirt aus, damit ich die anderen Fahrgäste im Zug nicht unnötig mit meinen Ausdünstungen belästigen würde. Und so zog im um 7:35 Uhr los und erreichte etwas zu früh, weil nach nur 9,8 km dem Dom St. Peter in Osnabrück. Reale Wegführungen, mein Buch und GPS-Navigation gingen wieder auseinander bzw. führten selbst auf diesem kurzen Weg noch wieder in die Irre.
Im Dom bekam ich aber meinen finalen Stempel plus etwas Smalltalk mit dem Priester. Das Beste war dann schon fast der lecker Milchkaffee im Café gegenüber.
Die Rückfahrkarte koste nun 59,90 Euro anstatt 39,90 Euro wie gestern noch in der DB-App dargestellt. Das wäre wohl der Frühbuchertarif gewesen, aber ich wusste ja gar nicht, welchen Zug ich hätte erreichen können. Na ja, so ist das eben. Wir fuhren mit 35 Minuten Verspätung in Osnabrück los (wg. eines anderen verspäteten Zugs) und in Bremen verloren wir weitere Minuten (wg. der Verladung unerwartet vieler Fahrräder), was unterm Strich 39 Minuter Verspätung ergab, aber das ist mir im Moment ziemlich egal. Um 15:00 Uhr war ich wohlbehalten wieder zuhause und freue mich auf zwei Tage der Nachbereitung.
Ich habe alles ohne Probleme geschafft, das Wetter stand mir meistens bei und ich hatte kaum körperliche Probleme. Die Nachbetrachtungen (Link) pflege ich morgen ein.

Das Frühstück gehört auch zuhause zu meiner wichtigsten Speise des Tages. Im Hotel ergibt sich dabei die Chance, ein zusätzliches Brötchen für unterwegs mitzunehmen.

Die letzte Tour - eine ganz kurze - kann starten.

Mir sind noch nie so viele Fingerhüte begegnet wie letztes Jahr in Spanien (Camino del Norte) und auch wie in diesem Jahr - oder hatte ich nie den Blick dafür?

Der rechte Auromat erinnerte mich an die Zeit, als ich noch jung und schön war. Da stand ich schüchtern in der Nähe und wenn ich mich allein wähnte, bin ich schnell hin, um mir unerkannt eine Packung zu kaufen. Im Laden hätte ich mich nie getraut, Kondome zu kaufen... :-)

Noch eine alte Wassermühle.

Dies ist ein richtig kunstvoll gestaltetes Insektenhotel...

...und gleichzeitig eine tolle Pausen- oder Unterstell-Möglichkeit für Wanderer. Gute Idee, oder?

Ein letzter Weg durch ein Feld und hier wurde der Weg vorbildlich freigehalten. Nix nasse Halme und nasse Hosenbeine :-)

Ein Tunnelweg in Osnabrück....

...sowie ein lokales Gewässer.

Dies ist der Dom St. Peter sozusagen die Hauptkirche in Osnabrück.

Gut schaut er aus. Mit gereinigten Klamotten und genug Zeit hätte er noch über Köln und Trier bis an die Französische Grenze gehen können.

Der Altar-Raum von St. Peter.

Der leckere Kaffee mit Haferdrink. In Kaffee und Müsli benötige ich keine Kuhmilch mehr.

Abreise aus Osnabrück.

Kommentare:
Der Beitrag ist noch nicht fertig, wird aber fortgesetzt...

Erster Eindruck zur Tour:
Dies war mit 12 Etappen und rund 330 km eine eher kleine Reise, aber sie verfehlte ihre Wirkung nicht d.h. der Kopf konnte entspannen und der Körper ordentlich arbeiten. Der Weg hatte mir Freude macht und auch das Wetter spielte mit. Nur an einem Tag gab es viel Regen und ich musste mich mit Regenponcho und Regengamaschen entsprechend schützen. Es gab kaum Steigungen auf dem Weg und die Ausschilderung war im Großen und Ganzen in Ordnung. Meine Büch von 2020 bzw. 2022 waren teilweise nicht mehr aktuell, was die örtlichen Gegebenheiten anging und manchmal wurden die Wegweiser nicht gepflegt, was immer schade und manchmal ärgerlich ist - wenn man sich deswegen nämlich verläuft.
Kosten:
Ohne die Kosten für Ergänzungen zur Ausrüstung habe ich ca. 950 Euro für Unterbringungen, Verpflegung und Rückreise ausgegeben, also rund 80 Euro pro Tag. 2023 habe ich in den 32 Tagen auf dem Camino del Norte in Spanien rund 72 Euro pro Tag ausgegeben. Die relativ teuren Flüge konnten dabei natürlich auf mehr Tage umgelegt werden. Somit wäre das Pilgern in Deutschland nicht so viel teurer als in Spanien. Die An- und Abreise in Deutschland ist in günstiger, aber Unterkünftige und Verpflegung sind in Spanien günstiger. Bei langen Touren schneidet Spanien günstiger ab.
Unterbringungen:
Ich hatte bis auf kirchliche Gemeinden alle Varianten von privaten Unterbringungen, Jugendherbergen, Pensionen und Hotels ausprobiert bzw. probieren müssen, da es nicht überall freie Betten gab. Dir kirchlichen Angebote waren teilweise sehr dürftig, was Matratzen auf dem Fußboden oder keine Duschen anging. Das wollte ich nicht. Aber über all bin ich zu sehr unterschiedlichen Preisen und Niveaus sehr gut und freundlich aufgenommen worden. So würde ich z.B. private Unterbringungen durchaus den Hotels wieder vorziehen - wegen des Preises und wegen des möglichen Austauschs mit den Gastgebern.
Verpflegung
Auch in Deutschland empfielt es sich, immer etwas Brot und z.B. Käse dabei zu haben, wenn einen der Hunger überfällt und sonst keine Essensangebote in der Nähe sind. Was in Spanien die Bars waren, die Kaffee und ein paar Happen zu essen anboten, das waren hier die Bäcker, die häufig schon früh öffneten und zumindest Kaffee und Brötchen sowie ein passende Sitzgelegenheit anboten.
Ausrüstung
Ich hatte wieder alles dabei, was notwendig. Regenschutz ist immer wichtig, Antibrumm habe ich nur einmal nutzen müssen und auch die doppelten Gürtel haben sich bewährt, so dass man einen verschwitzten und nassen Gürtel nicht auch noch am Abend nutzen muss.
Gesundheit
Wie immer sind die ersten Tage recht anstrengend. Der Körper braucht bei mir eine gute Woche, um dann jeden Tag ohne Probleme 30-35 km mit Gepäck wandern zu können. Meine Blackroll in der Dusche hilft den Füßen beim abendlichen Duschen (Entspannung der Plantarfaszie unterm Fuß) und die richtigen Dehnübungen für Waden und Schienbeinmuskeln helfen ungemein, wenn man nicht wie Quasimodo durch die Gegend humpeln möchte. Dazu habe ich auch Magnesium dabei, dass ich bevorzugt am Nachmittag vor einer längeren Tour einnehme, damit es am nächsten Morgen (bereits verdaut) den Muskeln zur Verfügung steht.
Andere Pilger:
Erst am vorletzten Tag traf ich mal andere Pilger in Form eines älteren Pärchens aus Erfurt, das den Weg von Bremen nach Köln gehen wollte. Sonst habe ich keine weiteren Pilger gesehen, was ich sehr schade fand, weil ich mich durchaus mit ihnen hätte austauschen wollen.
Unterm Strich...
...würde ich die Reise via Köln und Trier gerne fortsetzen und sähe dem positiv entgegen. Deutschland hat auch wirklich schöne Ecken zum Wandern.
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Buen Camino - Guten Weg