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2018 Via de la Plata von Sevilla nach Santiago de Compostela (03.04.18-10.05.18)

 

Hallo Ihr Lieben,

nun war ich also mal wieder alleine mit mir selbst zwischen Ostern und Pfingsten 2018 unterwegs, und zwar auf dem Camino "Via de la Plata" - ein etwa 1000 km langer Pilgerweg von Sevilla bis Santiago de Compostela.

Dargestellt sind hier auf der Webseite wieder nur die äußeren Wege, Begegnungen und Fotos vom Camino. Innere Wege, Seelenangelegenheiten und Begegnungen gehören hier nicht hin.

 

Karte:

Der Großteil des Wegs verläuft ab Sevilla Richtung Norden und dann hinter Zamora in Richtung Westen. Man startet also in Andalusien, durchquert die Extremadura und gelangt über Kastilien nach Galizien zum Ziel in Santiago de Compostela. Dargestellt ist noch die optionale Fortführung nach Kap Finisterre und Muxia.

Karte CSV 0534x0886Verwendung der Karte mit freundlicher Genehmigung des Conrad Stein Verlags GmbH 2018
(Großansicht)

 

Die Etappen:
Die Links in der Datum-Spalte helfen beim schnellen Navigieren.

Etappe Datum Von Bis Distanz Summe
0 03.04.18 Hamburg Sevilla x 0,0
1 04.04.18 Sevilla Guillena 22,8 22,8
2 05.04.18 Guillena Castilblanco de los Arroyos 20,0 42,8
3 06.04.18 Castilblanco de los Arroyos Almaden de la Plata 29,1 71,9
4 07.04.18 Almaden de la Plata Monesterio 35,7 107,6
5 08.04.18 Monesterio Fuente de Cantos 21,7 129,3
6 09.04.18 Fuente de Cantos Zafra 25,7 155,0
7 10.04.18 Zafra Villafranca de los Barros 20,6 175,6
8 11.04.18 Villafranca de los Barros Torremejia 27,0 202,6
9 12.04.18 Torremejia Aljucen 34,7 237,3
10 13.04.18 Aljucen Aldea del Cano 30,6 267,9
11 14.04.18 Aldea del Cano Casar de Caceres 37,8 305,7
12 15.04.18 Casar de Caceres Canaveral 33,9 339,6
13 16.04.18 Canaveral Galisteo 29,1 368,7
14 17.04.18 Galisteo Jarilla 40,0 408,7
15 18.04.18 Jarilla Calzada de Béjar 34,2 442,9
16 19.04.18 Calzada de Béjar Fuenterroble de Salvatierra 20.9 463,8
17 20.04.18 Fuenterroble de Salvatierra Morille 31,8 495,6
18 21.04.18 Morille Salamanca 19,7 515,3
19 22.04.18 Salamanca El Cubo de la Tierra del Vino 36,4 552,7
20 23.04.18 El Cubo de la Tierra del Vino Zamora 33,4 585,1
0 24.04.18 Zamora Zamora 0 585,1
21 25.04.18 Zamora Montamarta 18,7 603,8
22 26.04.18 Montamarta Granja de Moreruela 22,4 626,2
23 27.04.18 Granja de Moreruela Tabara 24,8 651,0
24 28.04.18 Tabara Olleos de Tera 36,2 687,2
25 29.04.18 Olleos de Tera Mombuey 24,8 712,0
26 30.04.18 Mombuey Puebla de Sanabria 32,7 744,7
27 01.05.18 Pueblo de Sanabria Padornelo 22,6 767,3
28 02.05.18 Padornelo A Gudiña 31,3 798,6
29 03.05.18 A Gudiña Laza 35,3 833,9
30 04.05.18 Laza Xunqueira de Ambia 33,1 867,0
31 05.05.18 Xunqueira de Ambia Ourense 25,1 892,1
32 06.05.18 Ourense Cea 23,3 915,4
33 07.05.17 Cea Laxe 34,2 949,6
34 08.05.18 Laxe Ponte Ulla 30,0 979,6
35 09.05.18 Ponte Ulla Santiago de Compostela 21,9 1001,5
0 10.05.18 Santiago de Compostela Hamburg    
0 LINK Nachbetrachtung      

 

Pilgerführer:

Für mich haben sich die Pilgerführer vom Conrad-Stein-Verlag (LINK) bewährt und so habe ich mich auch diesmal wieder darauf verlassen. Aus diesem Buch sind auch die oben gelisteten Etappen abgeleitet. Darüber hinaus bieten aber auch das eine oder andere Hotel eine zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit.

Conrad Stein   Via de la Plata   Buch V7 0209x0300(Band 116, ISBN 978-3-86686-440-5, 14,90 Euro)

 

Navigation:

Nur ca. 3,5% der Pilger gehen die Via de la Plata, ein Weg, der von Jakobsweg.de (LINK) als "mittelschwer" eingestuft wird, was vor allem auf die große Hitze im Sommer und die größeren Abstände der Herbergen beruht. Deshalb ist nun mehr los gewesen als in der Zeit der großen Hitze. Die Unterkünfte sind auch nicht so zahlreich und die Wegmarkierung eventuell phasenweise sehr dürftig. Daher hatte ich mich entschlossen mich im Notfall auf die Hilfe der Offline-Karten und Routen von Komoot (LINK) zu verlassen, die diesen Weg wiederum als "schwer" einstufen. Das Tool ist sowieso gut für das Tracken der Wege geeignet und auf den Weg zurückführen kann es auch. Schauen wir mal, wie das dann in der Praxis aussieht. Quelle des Weg ist eine aufgezeichnete Tour von 975,23 km Länge (LINK), die man bei www.gpsies.com herunterladen kann. Dies sind die Wegparameter, die Komoot gemäß einer aufgezeichneten Tour verrät:

Komoot Hardcopy 1 0135x0240  Komoot Hardcopy 2 0135x0240  Komoot Hardcopy 3 0135x0240  Komoot Hardcopy 4 0135x0240

 


03.04.2018 Anreise von Hamburg nach Sevilla

 

Wie immer bin ich vor solchen Reisen aufgeregt und beschäftige mich vor dem Abflug mit Fragen wie:

  • Habe ich alles dabei?
  • Funktioniert die Ausrüstung? Funktioniere ich?
  • Streiken die Piloten? Streiken die Spanischen Fluglotsen?
  • Wird meine Ausrüstung heil ankommen?
  • Was ist der Sinn des Lebens? Ist Plan B vorbereitet?

 Geplant ist folgende Anreise:

  • 06:00-06:15 Uhr, To Huus-Airport HAM, Hansa-Taxi
  • 07:00-08:10 Uhr, HAM-FRA, Flug LH005
  • 09:15-12:05 Uhr, FRA-SVQ, Flug LH1140
  • 13:00-13:30 Uhr, Airport Sevilla bis nach Sevilla Center, Bus Linie EA

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Flieger ab Frankfurt war überbucht und so trat gleich Plan B in Kraft:

  • 09:15-09:30, mit Camino-Bro zum Airport
  • 11:05-12:20, HAM-MUC, Flug LH2065
  • 14:40-17:35, MUC-SVQ, Flug LH2672
  • 18:00-18:30, Airport Sevilla bis Sevilla Kathedrale, Bus Linie EA

Das Wetter in Sevilla (LINK) kann Anfang April schon Temperaturen erreichen, bei denen wir früher Hitzefrei bekamen. Daher kann es gut sein, dass ich zur Aklimatisierung zwei Nächte dort verbleibe, bis ich mich in auf die erste Etappe begebe. Sevilla soll wunderschön sein (LINK) (LINK) und es würde sich lohnen sich neben der Kathedrale (LINK) die eine oder andere Ecke anzuschauen. So sei es!

Stattdessen war der Flieger voll mit Fans vom 1. FC Bayern München, weil Bayern abends gegen Sevilla spielen sollte. Die waren aber sehr nett und gut erzogen und ich sah noch Oliver Kahn, der den selben Vorfeldbus nahm. Wegen des Spiels war die halbe Innenstadt gesperrt und der Bus nahm seltsame Wege. Eine junge Spanierin nahm mich aber immerhin an die Hand und zeigte mir den Weg zur Kathedrale, wo ich sogar noch einen Stempel abbekam. 

Das Hotel ist mittendrin in der Altstadt und nur einen Steinwurf von der Kathedrale entfernt. Da die Stadt aber sehr laut ist und die Reifen der Autos ungewöhnlich laut quitschen, werde ich mich doch morgen auf den Weg machen.

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So geht ein Rucksack auf Reisen damit er möglichst sauber und heil ankommt. Lose Riemen und Bänder könnten unterwegs abreißen.

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Mein fensterloses Hotelzimmer, aber immerhin sauber und ruhig.

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Die Pferdekutschen sind ein beliebtes Fortbewegungsmittel für die Touristen.

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Parkplatz für die Kutschen mit Entsorgungsstation der Pferdeäpfel.

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Vorspeise: Hummus und Vino Tinto.

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Hauptspeise: Cod-Fisch (Kabeljau) mit Gemüse.

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Die Kathedrale am Abend. Das ist zumindest eine kleine Ansicht, weil sie zu groß für ein Foto ist.

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Michel vor der abendlichen Giralda, dem Glockenturm, den einst die Mauren als Minarett bauten.

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Ich liebe seltsam übersetzte Speisekarten :-)

 

Kommentare:

#1 guten Weg — Frank 2018-04-01 17:12
Michael. ich wünsche Dir einen guten Weg zu allen Zielen deines Vorhabens.

#2 aklimatisieren — rosiundheinz 2018-04-03 17:48
Hallo Michael, 3 Tage Pause ist immer gut wenn es dort so warm ist. Hier haben wir heute auch schon 18 Grad. Schau dir die Stadt an, die Fotos sehen toll aus. Gut das der Flug pünktlich war. Sei gegrüßt, Rosi und Heinz

#3 Übersetzung... — Christian 2018-04-04 07:57
:D Huhnaufsteckspindel...grandios! Geniesse die Zeit in Sevilla und auf Deinenm Weg, liebe Grüße Christian

#4 Menschen — Annelie Dück 2018-04-04 09:43
Hey, so viele Menschen im Flieger und dann noch so nett. Dann eine Einheimische und liebevoll Hilfe von ihr. Das ist ein sehr guter Anfang! so soll es weiter gehen!. Wünsche dir auf deinem Weg nur das Beste. Mutti

 


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04.04.2018 von Sevilla nach Guillena (22,8 km)

 

Sehr früh am Morgen war ich schon wach und nutzte den Moment zur Bearbeitung der Webseite. Frühstück gab es in einer Bar in der Nähe und um 9:00 Uhr startete ich also los zur ersten Tour. 

Sevilla ist trotz einiger Muschelfliesen nur suboptimal ausgeschildert. Das Navi half, aber das hilft nicht, wenn auch der Navi-Track Fehler hat. So bin ich wohl ein paar Umwege gelaufen. Die meiste Wege waren recht laut, weil die Autobahn A66 immer in der Nähe war und ich sah sehr viel Müll entlang des Weges - deutlich mehr als auf dem Camino Frances. Warum wirft jemand alte Matratzen und Plastikmüll in die Natur und warum beseitigt die Stadt das nicht?

Ich musste jedenfalls überlegen, ob ich nun nach 22,8 km noch die nächsten 17 km dran hänge. Danach folgt eine Etappe mit 29 km. 17 km ist zu wenig. 17 km + 29 km = 41 km ist mir aber auch zuviel. Ich blieb also in Guillena mit nur 22,8 km und habe in einer privaten Herberge ein kleines Einzelzimmer ohne Bad. Hier traf ich auch weitere Pilger aus Spanien, Deutschland, Schweden, Australien und Canada.

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Dies war die Bar in der ich frühstückte - Brot mit Käse und Kaffee Americano.

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Das Hinterzimmer der Bar war gespickt mit den Köpfen qualvoll getöteter Stiere und mit Fotos der „Helden“, die dies unter Beifall der Zuschauer vollbrachten. Der Stierkampf ist nicht mein Ding, aber in Spanien anscheinend noch sehr populär.

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Hier noch mal die Kathedrale von Sevilla bei Tageslicht mit dem Turm „Giralda“

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Selfie des Tages :-)

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Dieses waren die Wege Richtung Norden, die mich akustisch ein paar Stunden begleiteten. Immerhin machen sich schon ein paar Blümchen breit.

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Der Schneckerich auf seinem Weg. Ob er die Ruhe genoss oder in Eile war, ist nicht zu erkennen. Überhaupt könnte das auch eine Frau sein, aber Schnecken sind in Wirklichkeit beides, oder?

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Grüne Papageien in den Bäumen.

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Blumen am Wegesrand. Glyphosat hat hier anscheinend (noch) nicht zugeschlagen.

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Hier geht der Camino sehr schmal mitten durch ein Feld.

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Sehr schöne kleine Allee mit alten Bäumen, wenn nur all der Müll nicht wäre...

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Der hübsche Ortseingang von Guillena.

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Meine heutige Herberge.

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Mein Zimmerchen, was mit 12 Euro pro Nacht genauso viel kostet wie ein Stockbett im 6-Bett-Zimmer. Dafür habe ich laute Spanische TV-Beschallung meiner Herbergs-Mütter als Extra.

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Den Salat vom Pilgermenü wollte ich zunächst verheimlichen. Die wesentliche Zutat fehlt nämlich. Von der Hauptspeise - frittierten Pulpo mit frittierten Fritten - vergaß ich ein Foto zu machen. War auch nicht der Rede wert.

 

Kommentare:

#1 ersten Schritte — heike_hel 2018-04-04 17:34
Auch eine Herbergsmutter muss mal schlafen - ich wünsche dir eine schöne erste Nacht auf dem Weg!

#2 RE: 04.04.2018 von Sevilla nach Guillena (22,8 km) — Mutti 2018-04-05 10:35
Aber ein Fenster. Hast du deine Spargelstange erhalten? Das mit dem Müll ist mies. Das hattest du auf dem anderen Weg nicht. Schöne Fotos mein Lieblingssohn. Mach weiter, denn ich warte auf Geschichten auf deinem Weg. Viel Freude.

#3 Silberweg — Claudi 2018-04-05 16:40
... und vorgestern hast Du mich noch gefragt, Giralda, was ist denn der Giralda? Und nun schon auf Deiner Website :-)
Keep on running und viele schöne Erlebnisse

 


05.04.2018 von Guillena nach Castilblanco de los Arroyos (20,0 km)

 

Diese Nacht habe ich so gar nicht geschlafen, wobei eigentlich alles stimmte. So stand ich also um 6:00 Uhr auf, duschte, machte die Haare schön und frühstückte mit dem Canadier. Er sorgte für frischen Kaffee und ich für Toast, Streichfett und Marmelade. Um ca 7:45 Uhr ging ich dann los, weil es hell genug war. Kurz danach konnte ich auch den Sonnenaufgang bewundern. Insgesamt war das eine schöne Tour in schöner Landschaft. Am Zielort musste ich aber mit Händen und Füßen nach der Pension Casa Salvadora fragen, weil sie nicht von außen als solches erkennbar war. Die Spanier waren sehr hilfsbereit, aber wenn sie merken, dass ich kein Wort verstehe, dann reden sie doppelt viel und doppelt schnell - jedenfalls kommt mir das so vor. Eine Nachbarin setzte mich dann zu Savadora, die ca. 100 Jahre alt war, an den Tisch, und deutete mit eindringlichen Gesicht und „pronto“ an, dass sich bald jemand um mich kümmern würde. Dann kam die Tochter oder Enkelin und zeigte mir das Einzelzimmer ohne Dusche und Klo für 14 Euro. Das ist ok. Nach einer kurzen Siesta sitze ich jetzt in einer Bar, trinke Kaffee und Bier und esse Tortilla und tippe diesen Text :-)

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Selfie am Morgen.

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Die Kaktusallee.

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Sonnenaufgang.

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Weite Landschaft mit den Resten einer Burg.

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Ausgrabungsarbeiten - vermutlich von 6-Beinern geschaffen.

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Wandern in parkähnlicher Landschaft.

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Hinweis auf eine Wasserstelle, die vor allem im Hochsommer sicher immer sehr willkommen ist.

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Felsige Wege für die man gute Wanderschuhe benötigt.

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Steinige Wege.

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Horst Hützel (Hotte Hü) hat auch mal Durst.

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Hier hat jemand einen Wanderschuh aus Leder einschließlich Socke verbrannt. Es qualmte noch, als ich dort vorbei kam. Warum macht man das?

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Ok, es ging zum Schluss auch an dieser Straße entlang, aber das war nicht so schlimm, weil der Weg zuvor einfach schön war.

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Der Hund von Salvadora, der um eine Streicheleinheit buhlte. Vorher hatte er mich noch angekläfft, aber er schloss dann doch Freundschaft mit der streichelnden Hand.

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Der Bub, nachdem er nachmittags tief geschlafen hatte und einkaufen war :-)

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Vorspeise des 8-Euro-Pilgermenüs.

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Hauptspeise im Prinzip wie gestern: Cuttle-Fish = Pulpo = Tintenfish.

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Das waren viele Fotos heute - Gute Nacht - Buen Camino

 

Kommentare:

#1 RE: 05.04.2018 von Guillena nach Castilblanco de los Arroyos (20,0 km) — Mutti 2018-04-06 09:04
Spargel. Ich staune noch immer, dass es Zimmer ohne Fenster gibt. Aber du hast ja vorher schon Merkwürdigkeiten gesehen und erlebt. Schöne Bilder. Warte schon auf die nächsten. Das mit dem Wanderschuh und Socke im Feuer ist ganz einfach: ein Fakir auf dem Weg, der allerdingst vorsichtig die Wanderung angeht. Ist wohl noch ein Lehrling. Aber sei vorsichtig. Vielleicht will er jetzt den Schuh eines Wanderers klauen. Ich denke an dich.

#2 RE: 05.04.2018 von Guillena nach Castilblanco de los Arroyos (20,0 km) — Claudi 2018-04-07 01:30
Die Wanderschuhe und -Socken verbrennt man doch eigentlich erst in Muxia oder hat da jemand schon früher schlapp gemacht? Und fehlt das Selfie am Morgen mit Absicht?

 


06.04.2018 von Castilblanco de los Arroyos nach Almaden de la Plata (29,1 km)

 

Mit einem Infekt im Hals bin ich am Abend vorher eingeschlafen und um 6:00 Uhr wieder aufgewacht und aufgestanden. Überall ist irgendwie Durchzug, nicht nur unterwegs. Die Dusche war leider eisekalt und so zog ich um 7:00 Uhr los, um eine offene Bar zu finden. Die gab es auch. Ich vermute, dass es in jeden Dorf immer eine Bar gibt, die für Arbeiter usw. geöffnet hat. Um 7:20 Uhr machte ich mich mit Hilfe des Navi auf den Weg.

Die ersten 17 km ging es entlang einer Landstraße mit wenig Verkehr. Links und rechts der Straße sah ich die immer gleichen „Felder“ von Bäumen, die ich für Olivenbäume hielt, aber es waren in Wirklichkeit Kork-Eichen. Danach bog der Weg von der Straße ab in einen Naturpark, der auf den ersten km auch nur die Korkeichen enthielt. An einigen Stämmen konnte man erkennen, dass dort immer bis zum ersten Ast die Rinde abgeschält war. Nach einer gemeinen Anhöhe ging es dann wieder runter zum Zielort Almaden de la Plata. Ich kam in der Pension Casa Concha für 20,- im EZ mit Dusche/Klo unter und man wollte sogar meine Wäsche waschen. Toll. Zu essen gab es ein Pilgermenü für 8,50 Euro und ich kaufte noch Joghurt, Brot und Käse für das nächste Frühstück ein.

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Aufbruch bei Morgendämmerung.

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Mageres Frühstück in der Bar. Wie hieß noch Butter auf Spanisch?

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Sonnenaufgang, immer wieder schön.

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Rätsel des Tages: Was bedeutet dieses Arrangement? Hat es da jemanden aus Hemd und Hose gehauen, nachdem er das Buch las?

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Selfie des Tages auf der Landstraße. Angeblich kürzen 20-45% der Pilger diesen Teil mit einem Taxi ab.

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Die „Olivenbäume“ am Wegesrand.

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An der Schnittkante des Stamms erkennt man aber die typische Korkenstruktur.

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Anstatt mit Bären und Wölfen hatte ich es nun mit Tigern zu tun. Nach dem ich aus Spaß „Miau“ zu ihm hinüber rief, kam er tatsächlich näher. Katzensprache ist wohl weltweit universal.

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Der Tiger war nicht wirklich gefährlich :-)

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Der weitere Weg durch den Naturpark.

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Camino-Wegweiser im Naturpark.

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Doch Bären? Kunstvoll und mit formvollendeten Faltenwurf dahingeschissen - ich war das nicht!

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Grandiose Aussicht auf den zurück gelegten Weg.

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Blick auf Almaden de la Plata, das Ende meiner heutigen Tour.

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Vorspeise: Salat mit Karotten, aber noch ohne Spargel.

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Hauptspeise: Mikrospargel mit Ei und mit ohne Schinken!

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Gute Nacht Kinners, Morgen ist auch noch ein Tag und ich muss mich zwischen 14,1 km und 34,3 km entscheiden... ;-)

 

Kommentare:

#1 RE: 06.04.2018 von Castilblanco de los Arroyos nach Almaden de la Plata (29,1 km) — Claudi 2018-04-07 01:41
Vielleicht sollten die Kleidungsstücke in einem größeren Kontext gesehen werden: am Vortag die Schuhe und Socken, nun Hemd und Buxe, bin gespannt, was Dich heute erwartet :-) Schlüppis? Und ja, so‘n Übersetzer auf 2 Beinen macht vieles leichter oder? Aber fehört Reden mit Händen und Füßen nicht auch irgendwie zum Pilgern dazu? Ich vermisse übrigens den Hinweis auf den Doppelgänger :lol:

#2 Antwort — Michael 2018-04-07 04:35
Die Kommunikation mit der Frau des Hause läuft über Handy. Jeder tippt seinen Satz ein, das Handy übersetzt und dann zeigt man das seinem Gegenüber. Manchmal ist das schon erschreckend, wie wenig auch nur rudimentärsten Englisch gekonnt wird bei Leuten, die gerade mit Ausländern ihr Geschäft machen. Bin gespannt, was ich heute so finde - den Exraucher selbst?

#3 Butter — Mutti 2018-04-07 07:50
Butter auf spanisch heisst mantiquilla. Gegen Halsschmerzen kannst du in der Apotheke "Dobendan Direkt Lutschtabletten" kaufen. Die helfen wirklich. Gut das du weitergegangen bist. Sonst hätte dich ein Spanner überfallen. Vielleicht hast du auch ein "Paar" in den Büschen übersehen. Viel Spaß bei weiteren Überraschungen. Solche Sachen liebe ich. Gute Besserung mein Sohn.

 


07.04.2018 von Almaden de la Plata nach Monesterio (35,7 km)

 

Pünklich um 6:00 Uhr klingelte der Wecker. Leider blieb auch diese Dusche am Morgen kalt. Immerhin hatte ich vorher etwas Brot und Käse gekauft, von dem ich einem Teil aß und den anderen als Proviant mitnahm. Um 7:00 Uhr begab ich mich in eine Bar zum Kaffee und um 7:20 Uhr ging ich los. Leider leitete mich mein Navi zielsicher auf eine alte Camino-Variante entlang einer Straße. So what - da hatte ich jedenfalls meine Ruhe. Neben Landschaft gab es einige Tiere wie die berühmten schwarzen Schweine zu sehen. Kurz vorm Ziel in Monesterio fing es auch noch an zu regnen, aber ich kam noch schnell genug im Hotel Moya unter, wo ich für 25,- ein EZ mit heißer Dusche und Klo abbekam. Hier im Hotel ist es etwas laut, weil hier eine Hochzeit gefeiert wird und das Menü gibt es erst um 20:30 Uhr. In der Zwischenzeit trank ich mit zwei Holländern noch Bier und Kaffee :-)

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Michel auf der Landstraße, also der älteren Wegführung.

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Schafe.

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Ziegen.

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Schwarze Schweine. Leider hatten sie Angst vor mir und stoben davon, als ich näher kam.

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Man sieht deutlich, dass diese Schweine noch einen Ringelsteert haben, also ein Ringelschwänzchen :-)

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Kühe.

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Hunde.

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Grenzbach zwischen Andalusien (hinten) und Extremadura (vorne). Das könnte man für Wander, Radfahrer und Autofahrer auch netter gestalten.

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Offizieller Camino-Wegweiser neben den gelb aufgemalten Pfeilen. Der gelbe Block zeigt, dass das der jetzt offizielle Weg ist. Grün bedeutet, dass es sich hier auch um eine historische Wegführung handelt.

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Landschaftspanorama. Für volle Auflösung bitte anklicken - funktioniert nicht, muss ich zuhause machen.

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Ich meine, dass dies ein Eukalyptuswäldchen ist. Jedenfalls riecht das dort auch so.

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Eine Weile ging ich mit diesem Pärchen aus Deutschland zusammen. Mit Hund, Zelt und Fahrrad sind sie schon zwei Jahre in Spanien unterwegs und genießen das Leben. Dann trafen wir kurz vor Monesterio eine Reitergruppe, aber ich ging weiter, weil das Wetter schietig zu werden drohte.

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Der Ortseingang von Monesterio, der wettermäßig nicht Gutes verhieß. Der Regen ließ auch nicht lang auf sich warten.

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Mein Hotel Moya, meine Zuflucht vor Regen und Kälte.

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Ende gut, alles gut. Morgen muss ich entscheiden, ob ich 20 km oder 40 km laufen möchte. Dazwischen gibt es nix...

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Kommentare:

#1 Sonne und Regen — Heike_hel 2018-04-07 19:58
Das heutige Abschlussselfie könnte es leicht andeuten: hast du einen Sonnenbrand abbekommen? Wie auch immer: für morgen wünsche ich dir dein bestes Wetter!-)

#2 Danke für die tollen Fotos — Rosi und HEINZI 2018-04-07 22:05
Hi Michi! Deine Fotos und Kommentare sind super. Wir haben uns schon köstlich amüsiert. Was macht denn das Bein? Nur nicht überanstrengen!! Aller Anfang ist schwer! In welcher Höhe
läufst du? Alles Gute für die nächsten Etappen! Wir freuen uns auf die nächsten Beschreibungen. Toi Toi Toi!!! HEIRO

 


08.04.2018 von Monesterio nach Fuente de Cantos (21,7 km)

 

Ich bin mal wieder früh hoch, um in einen eher beschaulichen Tag zu starten. Also um 7:00 Uhr ab aus dem Hotel, um dann in einer Bar in der Nähe ein Toast mit Marmelade und einen Kaffee zu bekommen. Der dann folgende Weg war eher unspektukalär, aber ich traf häufiger mal andere Pilger, mit denen ich mich dann unterhielt, wenn es denn sprachlich möglich war. Diverse Spanier, Franzosen und Italiener haben arge Probleme auch nur die einfachsten Brocken Englisch zu sprechen. Mit Holländern und sämtlichen Skandinaviern klappt das besser. Es blieb jedenfalls unterm Strich doch bei der Distanz von rund 20 km, weil die nächste Station weitere 20 km entfernt ist. Das ist eine Eigenschaft der Via de la Plata. Man kann sich nicht alle Tagestouren so flexibel zusammen stellen wie beim Camino Frances.

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Meine Frühstücksbar - typisch.

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Meiner Einer - typisches Morgengesicht.

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Mein Frühstück - nahrhaft und gesund!

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Unterwegs am Bach.

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Eine weite Aussicht - typisch heute!

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Überfluteter Weg.

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Raupen kreuzten heute häufiger den Weg. Diese setzte ich auf die andere Seite über, damit sie nicht als Dreck im Profil von Wanderschuhen endet, sondern hoffentlich bald ein schöner Schmetterling wird.

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Natur mit Pilgerin.

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Stiere, friedvoll vereint auf ihrer Weide. Anmutige Tiere.

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Der Zielort wird erkennbar, aber der Weg dauert trotzdem noch ein Weilchen.

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Zwischenmalzeit für 4,50 Euro. Ein Beilagensalat gehörte auch noch dazu.

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Kaffee gut - Ende gut - alles gut!

 

Kommentare:

#1 RE: 08.04.2018 von Monesterio nach Fuente de Cantos (21,7 km) — Catharina 2018-04-08 17:17
Hallo Michael, ich freue mich jeden Abend auf Deinen Reisebericht. Es ist besser als ein Adventkalender. :-) Vielen Dank, daß Du uns " mitnimmst" . Allzeit Guten Weg! Catharina P.S. Wie gut, daß Du die Raupe gerettet hast.

#2 Der Speiseplan. — Rosi und Heinz 2018-04-08 20:00
Lieber Michael, wir bekommen richtig Appetit wenn Du die leckeren Teller zeigst. Wir können klugschnacken, sitzen hier im Wohnzimmer. Du mußt jeden Tag etliche Kilometer runterreißen, bis Du die nächste Herberge erreicht hast. Wir wünschen Dir weiterhin guten Appetit und immer ein warmes Bett.
Herzliche Grüße Rosi und Heinz

#3 Essenpreise — Mutti 2018-04-09 08:11
Lieblingssohn, die Preise sind wirklich günstig und sehen auch ganz ansprechend aus. Ich hoffe, du findest ein gutes Hotel mit heißen Wasser. Was machen die Halsschmerzen? Tolle Fotos und interessant. Alles Liebe

 

 


09.04.2018 von Fuente de Cantos nach Zafra (25,7 km)

 

Der Wecker weckte mich um 6:00 Uhr und ich war auch wach genug dafür. So ging ich gleich duschen, packte meine Sachen ein und probierte den Frühstückstaum aus, der natürlich noch dunkel und kalt war. Licht fand ich, die Kaffeemaschine war schon vorbereitet und ich schob vier Toasts in den Automaten. Als ich zwei weitere toasten wollte, kam der Hospitalero und meinte, dass zwei Toasts normal wären - ich hätte mir glatt acht getoastet. Bei seinem Versuch, Milch für Kaffee in der Mikrowelle heiß zu machen, flog die Sicherung für den ganzen Raum raus und ich aß meine Toasts im Schein meiner Smartphone-Lampen-App und verkrümelte mich alsbald.

Ob der gute Mann den Strom wieder altivieren konnte, weiß ich nicht. Technische Dinge wie Elektroinstallationen, Thermen, Heizung und auch Wasserleitungen ohne Zirkulationsleitungen (Wasser muss teilweise sehr lange laufen, bis es heiß wird) sind teilweise in einem sehr schlechten Zustand.

Der Rest des Tages war unspektakulär, was besondere Erlebnisse anging, aber das durchwanderte Gebiet war sehr schön. Andere Pilger wollten mich in Zafra zum Verbleib in der örtlichen Pilgerherberge überreden, aber ich lehnte wegen des schlimmer werdenden Hustens dankend ab. So kam ich für 20,- Euro in einem Hotel mit sehr nettem Personal unter, in dem letztlich auch das Duschwasser (heiß) und auch die Heizung (heiß) funktionierte. 

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Start im Morgengrauen.

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Sonnenaufgang im Osten, aber wer gewinnt? Die Sonne oder die nach schwerem Regen aussehenden Regenwolken?

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Landschaft mit Arbeitern, die neben Olivenbäumen ein Feuer machen.

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Erstmalig sehe ich auch Weinreben. Die Extremadura gilt als Kornkammer Spaniens. Ab heute wird das langsam sichtbar.

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Landschaft mit Feldern.

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Selfie des Tages. Die Kapuzen hatte ich fürs Foto abgenommen. Ich bin doch ein Sonnenmensch, der mit großer Hitze besser klar kommt als mit diesem kühlen Dauerwind und Durchzug in allen bisherigen Gebäuden durch offene oder undichte Türen und Fenster :-(

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Unterwegs nicht häufig zu sehen, aber natürlich doch vorhanden: Eisenbahnen.

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Solch offene und unbeschrankte Bahnübergänge sind in Deutschland selten geworden, stellen aber kein Problem dar.

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Hässliche Zwerge gibt es anscheinend nicht nur in Deutschland.

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Eine alte Kirche im Vorort von Zafra. Sie ist recht groß, aber hat keinen großen Turm, dafür aber nistende Störche und Orangenbäume davor.

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Mein heutiges Hotel am Spanischen Platz.

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Nettes und sehr günstiges Zimmer.

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Vorspeise: Eine Art Kartoffel-Gemüse-Creme-Suppe - heiß und gut und wohltuend.

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Hauptspeise: Gemüsepfanne mit Spiegelei.

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Kreative Elektrobastelei - eine Schande, wenn das jemand aus meiner Zunft war. Der Eurostecker versorgt die beiden Nachttischlampen.

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Ein in den Boden eingelassener Camino-Wegweiser.

 

Kommentar:

#1 Stecker — Andi 2018-05-03 05:38
das nennt man optimale Ausnutzung von Ressourcen :roll:

 


10.04.2018 von Zafra nach Villafranca de los Barros (20,6 km)

 

Ich bin diesmal relativ spät aufgestanden, weil es in meinem Hotel ja Frühstück geben sollte, also getoastetes Brot mit Käse sowie Milchkaffee. Das war schon mal eine gute Grundlage. Schlecht war allerdings das Wetter. Im Nieselregen bin ich ohne Regenponscho los, aber nach ca. 5 km wechselte ich die Jacke doch gegen den Ponscho, weil es sich eingeregnet hatte. Die restlichen 15 km im Regen hatte ich mit Ulrike eine nette Begleitung, die das Regenwandern kurzweiliger machte. Wir kamen jedenfalls nass in Villafranca de los Barros an und ich glücklicherweise in der Pension Casa Perin in einem supertollen Doppelzimmer mit Heizung und Bad unter. Dort sollte ich bis Morgen bis auf die Schuhe wieder alles trocken bekommen. Nasse Wanderschuhe aus Leder benötigen dafür mindestens zwei Tage. Nachdem ich im Ort einkaufen war, reservierten ein Brite und ich für Morgen im nächsten Ort und gingen danach gemeinsam essen.

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In der Ferne zu erkennen: Erste Zwischenetappe bzw. Zwischenstopp nach ca. 5 km in Los Santo de Maimona.

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Turbotrecker, der mit gefühlten 80 km/h knapp an mir vorbei kachelte.

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Michel im Regen, der sein Wetterglück kaum in Worte fassen kann. Dass er eher ein Warmduscher und Sonnenkind ist, wurde hier schon gesagt, oder?

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Die Einkäufe erinnern an alten Zeiten, aber Morgen gibt es von Start bis Ziel auf den 26 km keine Bar oder andere Einkehrmöglichkeit. Da muss man vorsorgen.

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So trocknen jetzt meine Sachen über Nacht. Oben die Heizung (Klima-Dingens, was auch kalt kann) und darunter die nassen Sachen.

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Soup of the Day. Einfache Nudelsuppe, aber immerhin heiß.

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Pescado, also Fisch mit viel Knofi und etwas Salat. Was soll’s, hier wird ja eh nicht geknutscht :-)

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Prognose für Morgen. Da freue ich mich wirklich nach so einem Regentag. Auch die Spanier finden das jetzige Wetter eher doppelplusungut.

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Wegweiser mit schon bekannter Muschelfliese.

 

Kommentare:

#1 ¡Feliz cumpleaños! — Rusi 2018-04-11 08:50
Hallo Wanderer.
Mein Kalender verrät mir, dass Du heute Geburtstag hast. Von daher alles Gute zum Selbigen.
Viele Grüße, Michael R.

#2 Wetter und Wärme — Mutti 2018-04-11 09:48
Gebutrstagskind, heute kein Regen aber wo bleibt die Wärme im Süden des Landes? Das betrübt mich sehr. 23 Grad hätte ich dir gern gewünscht. Ich hoffe, du hast dann sehr nette Menschen auf der Strecke. ich denke an dich.

 


11.04.2018 von Villablanca de los Barros nach Torremejia (27,0 km)

 

Heute war mein 52. Geburtstag und ich möchte mich bei allen ganz herzlich bedanken, deren Grüße mich via Facebook, SMS, Threema und per Email erreicht haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Zusammen mit Arnold, dem Engländer aus Newcastle, war ich zum Frühstück in der Bar gegenüber verabredet. Das heißt, Brot mit Käse aß ich im Zimmer und den Kaffee trank ich dann in der Bar.

Un ca. 8:15 Uhr zogen wir los. Das Wetter war zwar durchgehend trocken, aber dafür kalt und stürmisch. Auf den rund 27 km durch Felder mit Wein, Oliven usw. gab es keine Möglichkeiten zur Rast wie eine Bar oder so. So machten wir bis auf eine Rast im Stehen quasi bis 13:45 Uhr einen Durchmarsch bis Torremejia. Im Hotel Millenium  kamen wir für je 25,- Euro inklusive im Einzelzimmer mit Bad/Klo unter. Das Menü gab es für 10,- Euro in der Bar gegenüber. 

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Felder mit schöner Morgensonne und langen Schatten.

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Bei diesen langen, immer gerade aus führenden Wegen, werden Erinnerungen an die Mezeta „Via Aquitana“ vom Camino Frances wach. Das ist im Sommer bei 40°C nur was für Pilgerprofis.

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Das Ziel kommt in Sichtweite. Man beachte die tollen Wolken.

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Selfie des Tages.

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Klein und nur rund 100 g schwer: Die Miniblackroll zum Durchwalken müder Fußgewölbe. Ab jetzt ist das Ding immer mit dabei.

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Morgen soll es genauso schön werden wie heute, nur kälter und nasser und dafür mit deutlich weniger Sonne.

 


12.04.2018 von Torremejia nach Aljucen (34,7 km)

 

Im Hotel gab es Brot mit Käse sowie Kaffee. Soweit so gut. Danach bin ich mit Arnold die 15 km bis Merida gut, schnell und trocken durchgekommen. Dort kauften wir ein und machten eine Pause. Das kommt ja hier leider nicht häufig vor, dass man unterwegs würdig pausieren kann.

Die restlichen 20 km regnete es ohne Pause und danach war ich entsprechend klitschnass. Das ist auch der Grund für die wenigen Bilder vom Camino. In einer Pilgerherberge unterkommend, versuchen wir alle nun unsere Sachen wieder trocken zu bekommen. Glücklich bin ich darüber nicht. In ganz Spanien herrscht wohl gerade so ein Regenwetter - also fast wie 2016?

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Das Frühstück von heute :-)

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Torremejia am Morgen.

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Sonnenaufgang auf dem Weg nach Merida.

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Selfie am Morgen.

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Ein Teil der Römerbrücke in Merida - angeblich die längste Römerbrücke überhaupt.

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Selfie am Nachmittag mit dem Versuch, der Situation erwas Positives abzugewinnen.

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Mein Bettchen im Viererzimmer, also oben links.

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Versuch einer kollektiven Trocknungsaktion mit dem Holzofen rechts, den Schuhen davor und den Klamotten am Ständer links. Zumindest die Klamotten sollten Morgen trocken sein.

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Vor dem Menü ein „Gruß aus der Küche“.

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Vorspeise: Kichererbsen mit Kabeljau.

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Hauptspeise: Tote Fische mit toten Kartoffeln.

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Nachtisch: Joghurt mit Zucker.

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Abendspaziergang zur lokalen Kirche mit doch noch mal Sonne. Gute Nacht :-)

 

Kommentare:

#1 Gute Weiter-Wanderung — Marijke 2018-04-12 18:52
Mein Lieblingsbrudu,
gestern habe ich ganz doll vermisst, viel mehr als bei Deinen sonstigen Reisen :sad: ! Heute geht es aber schon wieder besser, was bestimmt auch an Deinen Berichten liegt.
Hoffentlich sind Deine Klamotten morgen wieder trocken und Ihr könnt trockenen Fußes weiter wandern.
Hier ist es ziemlich kalt, finde ich. Du verpasst also nichts.
Und Stephan ist ganz schwer beigestert von Deinem tollen Auto :lol: !
Liebe Grüße von Deiner kleinen Schwester

#2 Bronchitis — Mutti 2018-04-13 16:40
Micky, es tut mir sehr leid. Ich wünschte, dir ginge es besser! Manchmal ist es besser mal einen Ruhetag einzulegen! Bitte laufe nicht so lange bei diesem Regenwetter und der niedrigen Temperaturen.
Viele liebe Grüße von deiner besorgten Mutter|

#3 Wetterlage — Rosi & Heinz 2018-04-13 17:14
Lieber Michael. Zwischen den Sonnenbildern immer wieder
derRegen und die Kälte. Wir befürchten, je weiter du nach Norden kommst, wird es kälter. Es wäre wohl besser, mal den August oder September zu wählen. Nun mußt du da durch. Wir haben hier am Tag 18 Grad. Das wünschen wir dir auch und nicht den Mut verlieren. Wie wir dich kennen, beißt du dich immerhin wieder durch. Weiterhin viel Glück auf allen Wegen,
wir drücken dir beide Daumen, Rosi und Heinz.

 


13.04.2018 von Aljucen nach Aldea del Cado (30,6 km)

 

Um 5:55 Uhr musste ich mal zum Klo und da ich dachte, dass einige andere Streber auch um 6:00 Uhr aufstehen würden, dann bin ich wenigstens der Streber, der nicht warten muss bis das einzige Herrenklo und die einzige Herrendusche wieder frei sind. Ich frühstückte dann auch gleich. Die Herbergsleute hatten alles liebevoll vorbereitet. Nachdem ich endlich die Streichhölzer fand, habe ich sogar den Ofen reaktivieren können.

Zusammen mit Arnold brach ich zur ersten Etappe nach Alcuestar auf. Da wir annahmen, dass der Weg wegen des vielen Regens von gestern und auch noch in der Nacht zu aufgeweicht war, gingen wir die N-630 entlang weshalb wir auch nur 15 km der 20 km zu gehen hatten. Ab Aluescar ging ich die restlich 15 km bis Aldea del Cano allein und kam in einer unbeheizten und schedderigen staatlichen Herberge für 6,- Euro unter. Die Dusche war aber heiß und ich wusch meine veschwitzte Wäsche in der Waschmaschine. Ob die wohl morgen trocken ist? Dann tauchte auch noch Arnold wieder auf, mit dem ich erst ein Bier trinken ging und dann zu Abend aß.

Nachdem meine Wäsche in Sonne und Wind zu 95% trocken war, gab es trotz Sonne für ca. 5 Minuten einen kurzen Schauer, der den Grad der Trockenheit auf ca. 65% zurück warf. Kackendreck, aber nun ist die Wäsche trotzdem trocken genug für den morgigen Trip nach Caceres.

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Die N-630 war symptomatisch für den heutigen Tag. Immerhin war sie nur schwach befahren, weil die meißten Autofahrer wohl die A66 nebenan bevorzugen.

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Eeendlich, Muddi: Salat mit zwei Spargel aus der Dose als Zutat. Den Salat gab es in der Pause.

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Selfie des Tages mit Lotterbart.

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Ja, mit Lotterbart!

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“The never ending road“ für weitere 15 km nach der Pause.

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Die mal müssende Kuh.

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Am Selfie erkennt man, dass die Sonne raus kam und dass es somit gleich wärmer wurde.

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Unterwegs gab es eine rund 2000 Jahre alte Brücke der Römer zu sehen.

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Fast interessanter ist, dass man daneben einen richtigen Rastplatz für die Pilger eingerichtet hat. Die sind fast seltener als alte Brücken der Römer.

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Die Gegend hier... 

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Letztes Selfie für heute. Der Mann freut sich auf ein Bettchen, eine heiße Dusche und dass er nach 30 km Straße endlich seine immer noch klammen Schuhe ausziehen und seine Füße massieren kann.

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Vorspeise: Creme aus Kartoffeln und Gemüse, sehr lecker, wenn sie heiß ist, was manchmal zu reklamieren ist.

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Hauptspeise: Fisch mit Fritten.

 

Kommentare:

#1 RE: 13.04.2018 von Aljucen nach Aldea del Cado (30,6 km) — Claudi 2018-04-13 20:48
Lotterbart? Leider viel zu selten :P Und gibt’s auch mal n Selfie von Arnold?
Buenas noches

#2 "Spargel" — Mutti 2018-04-14 11:55
Mein lieber Sohn! Erfrage doch bitte das Rezept des" laprigen Spargelstengelchen" aus der Dose. Ich will mich bemühen, dir deine Wanderung gedanklich zu verlängern und nachkochen. Ich freue mich täglich auf die Fotos von dir. Sie sagen was über deine Stimmung, hoffe ich dir. Nun aber mal trockene Füße und Schuhe. Bis morgen, deine Mutter

 


14.04.2018 von Aldea del Cano nach Casar de Caceres (37,5 km)

 

Wie immer bin ich um 6:00 Uhr aufgestanden und dann mit Arnold um 7:00 Uhr abgehauen. Allerdings fanden wir im Dorf keine offene Bar und mussten uns dann mit einem Autohof, der auf dem Weg lag, für ein bescheidenes Frühstück begnügen. 

Das Wetter war super und wir kamen bis Caceres sehr gut durch. Dort trennten sich unsere Wege, weil Arnold dort bleiben wollte. Ich zog dann weiter und ärgerte mich über mangelnde Pfeile und einem Navi-Track, welcher mich über einen Berg mit wirklich toller Aussicht leitete. So kam ich dann letztlich in einer Staatlichen Herberge für 5,- Euro unter, bei der die Duschen nicht warm werden und ich sehr nah neben zwei Toiletten schlafen muss. Ich kann die Leute also beim Kacken atmen hören. Bloß schnell packen Morgen und auf den Weg gehen.

 

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Hier das gewünschte Selfie von Arnold aus Newcastle (England) und meinereiner.

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Morgensonne und strahlend blauer Himmel.

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Der Weg geht tatsächlich über das Gelände eines Fliegerclubs kurz vor Caceres.

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Schädel? Ja, aber von was? Kuh oder Pferd oder Problembär?

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Mal wieder so ‘ne olle Römerbrücke.

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Idyllisches Tal.

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Kaulquappen in einer Pfütze. Bis die Pfütze hier austrocknet, sind aus ihnen schon Frösche geworden, die sich dann schon vom Acker machten.

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Ihr kommt sicher von selber drauf, was das für Tiere sind, oder?

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Eingang nach Caceres voller schöner Blumen :-)

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Ansicht von Caceres. Hier gibt es viele alte Gebäude, die z.B. im Rahmen einer Spanienrundfahrt einen Besuch wert wären.

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Für mich ging der Weg dann weiter. Hier also quasi der Ausgang von Caceres. Faszinierend finde ich aber vor allem die weite Landschaft im Hintergrund.

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Weite...

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Selfie am Abend.

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Mir gehört der Platz rechts unten. Dahinter liegen die beiden geschlossenen Toilettentüren und die offene Duschtür. Nie wieder eine Staatliche Herberge, wenn ich es vermeiden kann.

 

Kommentare:

#1 Mein Gott — Mutti 2018-04-15 10:13
Ich fasse es nicht!!! Du hast gutte Vorsätze für die nächsten Wochen!!! Ich denke an dich, Mutti

#2 RE: 14.04.2018 von Aldea del Cano nach Casar de Caceres (37,5 km) — Claudi 2018-04-15 20:10
:lol: ... das mit der Aversion gegen staatliche Herbergen kommt mir sehr bekannt vor und kann ich so gut nachvollziehen :lol:

 


15.04.2018 von Casar de Caceres nach Canaveral (33,9 km)

 

Um es gleich zu sagen, das war nicht mein Tag. Erwartungsgemäß war der Schlafplatz an den Klos nicht der tollste, aber die besseren waren ja schon vergeben, als ich kam. Also früh hoch, Sachen gepackt, etwas Brot mit Scheiblettenkäse :-( gegessen und los. Kaffee gab es in dem Ort um 7:00 Uhr wohl noch nicht. Also ohne Kaffee, aber dafür mit Stirnlampe los. Bis zum Ziel in Canaveral gab keine Bar und keine trockene Rastmöglichkeit - also 8 Stunden nonstop unterwegs ohne Pause.

Appropos trocken und Regen. Den ganzen Tag fiel feiner Regen vom Himmel, der mich durchgehend unter den Regenponscho zwang. Normalerweise ist das auch im richtigen Leben kein Thema: Man sprintet schnell zum Auto und die paar Regentropfen machen schon nix. Hier aber ist man über Stunden hinweg trotz Regenponscho recht schnell schweißnaß. Die Ärmel von Wolljacken lassen sich nicht mehr hochziehen, die Hosenbeine werden nass und die Beine kalt und alles fühlt sich klamm an, weil alles auch klamm ist. Es bilden sich auch viele und zum Teil große Pfützen und man wird zum ständigen Pfützenumspringer. Ganz ehrlich, ich kann dem Regen beim Wandern und Pilgern echt nix abgewinnen. Regen macht nur Ärger. Regen, zumindest am Tag, tut nicht not!

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Abmarsch im Morgengrauen. Frau Kuh sieht auch noch müde aus.

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Unsere Schwarzbunten Kühe gibt es jetzt auch hier.

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Die meisten Schafe lagen auch noch so herum, aber sie schauten zum Teil auch interessiert herüber.

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Diese Kuh war nicht weggesperrt bzw. der Weg geht durch Ihr Reich. Übrigens wird hier abends im TV immer noch Stierkamp gezeigt. Ich dachte, das wäre schon längst abgeschafft. Diese vorsätzliche Tierquälerei zur Belustigung eines johlenden Publikums finde ich unerträglich.

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Landschaft von heute im Regendunst.

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Der Tajo-Stausee. 

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Nochmal der See etwas klarer und mit vielen bunten Blumen.

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Bridge under construction!

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Wer gestern gut aufgepasst hat, der weiß, was sich hier in Massen tummelt.

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Zusammen mit meinen grunzenden und überaus intelligenten Freunden sang ich noch ein Lied und zog dann weiter.

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Solche Pfützen hasse ich. Da kommst Du nicht heil durch, ohne in Modder zu treten oder mit irgendwas hängen zu bleiben. Also geht man rechts runter ins hohe Gras und schaut, ob man dort durch kommt. Die unteren Hosenbeine sind danach jedenfalls klitschnass.

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Warum tut man sich das an? Sturheit? Selbstfindung? Spaß an der Freude?

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Kurz vorm heutigen Ziel bin ich nun erstmalig auf glitschigen Felsen ausgerutscht, aber der Rucksack, auf den ich fiel, dämpfte alles ab. So hat mich das nur etwas Tapete gekostet, die ich mit Sterilium sauber wusch - ich weiß, das macht man so nicht, hatte aber nix besseres. Heute waren es zu 75% Wege mit Geröll und Steigungen, die immer die Gefahr von Unfällen beinhalten.

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Ca. 15:30 Uhr: Erster Kaffee des Tages mit Käsestulle.

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Ca. 16:00 Uhr: Kaffee und Kuchen des Nachmittags.

 

Kommentare:

#1 Sie Sonne wird wieder scheinen — Marijke 2018-04-16 03:27
Lieber Brudu, das Bild vom Tajo-Stausee könntest Du Dir irgendwo hinhänge, so gelungen finde ich es. Und sei ganz sicher: Auf Regen folgt irgendwann Sonnenschein :-) . Hoffentlich hast Du eine schöne Herberge gefunden bzw. findest noch welche.
Liebe Grüße Deine kleine Schwester

#2 RE: 15.04.2018 von Casar de Caceres nach Canaveral (33,9 km) — Karin 2018-04-19 20:04
Hi Michi, Durchhänger? Es geht immer wieder bergauf. Und ausserdem: ein Karateka gibt nicht auf. Übrigens hätte ich sehr gerne den "Schweinechor" gehört. Das war am Morgen mein erster herzhafter Lacher. Weiterhin viel Glück. Liebe Gruesse, Karin

 


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16.04.2018 von Canaveral nach Galisteo (29,1 km)

 

Ich freute mich mit frisch gewaschenen Klamotten, guter Wetterprognose und einem Frühstück mit zwei Kaffee auf den heutigen Weg. Nachdem ich den Hospitalero bat den Durchlauferhitzer einzuschalten, hatte ich sogar warmes Wasser zum Duschen :-)

Wegen des vielen Regens am Tag zuvor war der Großteil der Wege aber aufgeweicht, versumpft und voller Pfützen. Statt Seele-Baumeln-Lassen gab es so leider wieder fast nur Beschäftigungen mit dem Finden von Ausweichrouten von größeren Wasser- und Sumpfflächen.

Das Wetter war aber schön und auch die Prognosen für die nächsten Tage sehen gut aus.

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Auf Wiedersehen Canaveral.

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Ich liebe es, in den Sonnenaufgang zu starten.

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Typische Wegfehlweisung am Camino. Der Block unten weist den offiziellen Weg an, aber der führt nach ca. 50 m ins Nichts. Das erfährt man aber erst, wenn man mit Rucksack umständlich über die Leitplanke kletterte.

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Schöner Wegteil durch einen Wald.

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Selfie am Morgen.

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Frage an die Experten: Von welchem Tier stammt dieser Fußabdruck?

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Typische Landschaft heute.

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Durch sie musste ich hindurch gehen. Die, die noch lagen, standen zwar auf, als ich näher kam, aber sie wichen eher zurück oder sahen mich neugierig an. So richtig wohl war mir dabei nicht.

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Eine schöne Talsperre oder Wehr, aber...

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...sie bewirkte diese Überschwemmung, d.h. mein Weg ging von unten links nach oben rechts. Landauf, landab gab es keine geeigneten Felsen im Wasser für eine Überquerung, außer denen, die schon heillos überschwemmt waren. Drei Österreicher machten es vor: Schuhe und Strümpfe aus und barfuß mit einem Stock durch den felsigen Untergrund - wenn möglich, ohne zu fallen. Das klappte, aber für mich ein neues Erlebnis. Auch dabei hatte ich im Vorwege kein gutes Gefühl :-)

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Der Michel war froh, den Bach trocken überquert zu haben. Im Buch stand: Der Bach führt manchmal Wasser...

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Dann ging es nochmal durch hügeliges Gelände.

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Zum sicheren Überwinden von Wasserwegen wurden schon im Mittelalter Brücken gebaut - so wie hier zu sehen.

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Das Ziel Galisteo kündigt sich am nahen Horizont an. Hier bleibe ich in einem schäbigen Einzelzimmer für 20 Euro ohne eigene Dusche/Klo. Dafür gehört aber ein Frühstück dazu.

 

Kommentar:

#1 Fußspur — Mutti 2018-04-17 08:20
Sohn, ganz sicher war das ein Bär. Ab jetzt ständig aufmerksam sein!!! Bullen sind oft aggressiv, Kühe auch. Es kann sein, dass diese an Menschen gewöhnt sind, aber man weiss es nicht immer. Ich wünsche dir Sicherheit und weiterhin gutes Wetter, schöne Wege und Natur. Das mit dem Flüsschen finde ich toll. Ein bischen Abenteuer gehört einfach dazu. Einen angenehm warmen Tag und gute Laune, Mutti.
Ach übrigens, am Sonntag werde ich zum ersten Mal Spargel kochen nach deinem Dosenerfahrungen.

 


17.04.2018 von Galisteo nach Jarra (40,0 km)

 

Ohne Dusche, aber immerhin mit Frühstück um 7:00 Uhr in der angrenzenden Bar ging es um 7:30 Uhr los. Wegen ungünstiger Wegvariantem und seltenen Herbergen, musste ich heute etwa 40 km laufen. Mangels Infrastruktur ist dieser Teil des Caminos noch etwas unterentwickelt.

Nach 10 km konnte ich in Carcaboso noch einen Kaffee trinken sowie Brot & Käse kaufen. Obwohl schönstes Wetter war, hatte ich immer noch zu nasse Stellen auf dem Weg, die es zu umschiffen galt.

Kurz vor Ende der Tour bei km 40 verlief ich mich, exakt der Anweisung des Buches folgend, und ein empathischer Spanier rettete mich und setzte mich in der Nähe des Hostal Astoria ab. Trotz der nur 21°C brannte ich Sonne heftig auf der Haut - leider zu heftig für meine Haut :-(

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Sonnenaufgang mit Morgennebel.

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Zu Kaffee oder Bier reichen einige der Spanische Wirte gern ein paar Leckerlies - hier sind das Gemüse-Scheiben in Ei-Hülle.

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El Torro - noch ein Jüngling.

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Wie schon 2016 auch hier massenhaft tote Bäume...

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... - sie sind von Kopf bis Fuß mit dieser Art Flechte oder Moos befallen. Sie zeigen keine Anzeichen von Leben mehr und das ganze manchmal waldweise.

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Schöne Landschaft mit einem mit Schnee bedeckten Berg im Hintergrund. Das ist wohl schon das Grenzgebirge nach Kastilien.

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Hier eine Kuh, von ich erst annahm, dass sie sehr entspannt in der Sonne döst. Ich ging extra leise, um sie nicht zu erschrecken. Tatsächlich war sie aber gestorben. Das war für mich ein neuer und sehr befremdlicher Anblick. Allerdings dachte ich dann, dass sie wenigstens auf ihrer eigenen Weide starb und nicht auf einem qualvollen Tiertransport oder im Schlachthaus.

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Selfie unter dem alten Stadttor von Cáparra, einer sehr alten Römerstadt, zu der es hier viele Ausgrabungen gibt.

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Nochmals Landschaft mit einem prächtigen Stier.

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Hauptgericht des Menüs: Gegrillte Forelle, eine willkommene Abwechslung. Ich aß zusammen mit den drei Herrschaften aus Österreich, die ich unterwegs als einzige Pilger traf.

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Meine Bleibe: Hostal Asturias in Jarra, eine Art „Road House“ oder Motel. Einige Trucker übernachteten ebenfalls hier.

 

Kommentare:

#1 40 km — Mutti 2018-04-18 08:51
Mein Gott, was für eine Strecke! Füße heil geblieben? Ich liebe deine Fotos!!!
Einen schönen sonnigen Tag, deine Mutter

#2 Selfie — Mutti 2018-04-19 08:01
Micky, du siehst müde aus und verwildert im Gesicht. Soll das ein Vollbart werden?. Überanstrenge dich nich so sehr.
Toll, dass du noch Fotos nachgeschoben hast! Ich wünsche dir erholsamen Schlaf,

 


18.04.2018 von Jarra nach Cazada de Béjar (34,2 km)

 

Mal wieder waren morgens um 6:30 Uhr die Duschen kalt. Schaltet man des nachts in Spanien immer die Thermen ab? Was soll, ist eben so.

Das Wetter war durchgehend schön und anstatt der geplanten 23 km wurden es, weil ich den Ort nicht so toll fand, doch wieder 34 km. Unterwegs konnte ich in einigen Bars mal kurz pausieren und was trinken.

Leider musste ich unterwegs einen kleinen Vogel töten, der auf dem Rücken flatternd neben mir im Gras lag. Er kam nicht mehr hoch und es war auch kein Baby. Letztes Jahr in Porto gab es die gleiche Situation mit einer Möve an der viel besuchten Promenade. Da konnte ich es nicht.

Jedenfalls habe ich hier eine ganze Wohnung (Casa?) für mich allein, also 3 Schlafzimmer, Bad, Wohnzimmer, Küche und einen Balkon mit Blick auf eine Storchennest, von dem gelegentlich das Klappern zu hören ist :-)

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Start in den Sonnenaufgang hinein, der sich durch die Berge etwas verzögerte.

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Vom Hostal zurück auf den Hauptweg war der Weg mit dunkelblauen Pfeilen gekennzeichnet, so wie an diesem Baum hier. Da muss man schon genau hinsehen, um sie nicht zu übersehen.

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Der Fluß ist ein Weg oder ist der im Fluß? Von oben kommt der Weg, der eigentlich mein Weg ist und der gerade ein Fluß ist. Immerhin liegen rechts ein paar Steine zum Überqueren des eigentlichen Wasserlaufs. Das war leider nicht überall so.

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Schöne Aussicht auf den Berg mit Morgennebel.

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Hübsches Häuschen am Wegesrand. Diese Häuser sind aber nur für schönes Wetter gemacht. Ich habe hier noch keine Doppelverglasung oder gar dicht schließenden Türen und Fenster gesehen.

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Kleines Päuschen nach ca. 10 km.

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Im Gegensatz zu den Pilger- und Wanderwegen schaft man es in der Extremadura durchaus, zumindest die Straßen trocken zu halten. Ich wählte heute mehrfach die Strasse, weil zuviele Wege immer noch überflutet waren, so wie hier links zu sehen.

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Kurze Rast nach weiteren 10 km mit alkoholfreiem Bier und Oliven. @Mutti: Der Bart war übrigens gestern Abend schon ab.

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Blick zurück auf Baños de Montemayor und dem See. Dies ist ein Kurort, den schon die Römer als solchigen verwendeten.

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Nun habe ich übrigens die Extremadura verlassen und befinde mich in Kastilien. Die Wegweisungen sehen jetzt anders und die Qualität der Wege scheint besser zu sein. Jedenfalls gab es bisher nur wenig Überschwemmungen und alle waren gut überwindbar.

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Neue Wegweiser für den Camino.

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Aussicht von meinem Balkon mit Kirche und Klapperstorch.

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Meine Casa im oberen Stockwerk, wo meine Sachen gerade trocknen.

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Viele der Rentner „Pensionista“ treffen sich hier gern auf der Straße zum Klönschnack.

 

Kommentar:

#1 RE: 18.04.2018 von Jarra nach Cazada de Béjar (34,2 km) — Claudi 2018-04-24 21:03
... an die Möwe in Porto erinnere ich mich auch noch. Das arme Tier :-?

 


19.04.2018 von Calzada de Bejar nach Fuenterroble de Salvatierra (20,9 km)

 

Überaschender Weise funktionierte die Dusche in meiner Villa und so konnte ich um 7:00 Uhr ein sehr liebevoll bereitetes Frühstück mit reichlich Kaffee zu mir nehmen. Um 7:30 Uhr ging es los auf den nur etwa 20 km langen Weg. Die nächste Etappe wären weitere 28 km gewesen, was zu lang ist. Im Gegensatz zu den letzten drei Tagen, die ich allein genoss, ging ich diesmal mit Peter, dem Schweden aus der 6er-Gruppe, zusammen. Gegen 12:30 Uhr waren wir am Ziel.

Das Büro der örtlichen Pension war geschlossen und wegen der dekadenten Nacht gestern, gesellte ich mich ebenfalls in die einzige Alternative vor Ort, eine kirchliche (Kult-) Herberge. Sie bietet neben internationaler Pilgergeselligkeit natürlich alle möglichen Nachteile, wie: kaum Steckdosen, kaum Platz, keine Haken, Schnarcher usw. Das Abendessen wird hier zusammen eingenommen.

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Mal wieder ein schöner Start bei Morgensonne.

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Der von Schnee bedeckte Berg ist immer noch präsent, wenn auch nun hinter mir.

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Es sind nicht mehr so viele feuchte Stellen direkt auf dem Weg. Kastilien hat das irgendwie besser im Griff - bis jetzt jedenfalls...

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Stilleben einer Rast in einer Bar.

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Männer auf Eseln sieht man auch in Hamburg nicht alle Tage.

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Meine heutige Herberge. Liebevoll gestalltet bietet sie 85 Personen Platz für eine Übernachtung mit Dinner und einfachem Frühstück.

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Weil gerade niemand anwesend war, habe ich mal ein Foto von meinem 16er-Zimmer gemacht.

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Diese kleine Meckerkatze gehört irgendwie zur Herberge und sie mag Käse und Wurst.

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Noch ein Stilleben vor der Albergue.

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Selfie of the day.

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Geselliges Abendessen in der Herberge mit Spaniern, Franzosen, Italienern, Schotten, Schweden, Finnen, Koreanern und Deutschen - Null Problemo!

 

Kommentare:

#1 Selfie — Mutti 2018-04-19 17:35
Du siehst so viel besser aus!!! Und was für schöne Fotos! Der Schlafsaal... da muss man schon sehr abgehärtet sein. So müssen sich vermutlich Hühner fühlen. Für die nächsten Nächte wünsche ich dir dann wieder Einzelzimmer und keine sterbenden oder toten Tiere auf dem Weg. Mutti

#2 Danke für die vielen Eindrücke — Marijke 2018-04-20 04:53
Huhu, Micky, vielen herzlichen Dank für die vielen Fotos - und hoffentlich hast Du gut geschlafen.
Liebe Grüße Marijke

 


20.04.2018 von Funterroble de Salvatierra nach Morille (31,8 km)

 

Heute gab es in der Albergue schon um 6:30 Uhr ein reichhaltiges Frühstück und ich ergatterte mir vorher bereits um 5:45 Uhr die einzig heiße Dusche. So startet ein guter Tag.

Anstatt nur 28 km zu laufen, verlängerte ich gemäß der Empfehlung des Wanderführers auf 32 km in Morille. Am Anfang unterhielt ich mich unterwegs mit einem Japaner names Hiro, der sehr gut Deutsch spricht und in Japan ebenfalls Shotokan trainiert. Er zog dann aber von dannen und ich ging des Rest des Wegs allein bis nach Morille. Unterwegs gab es nicht viel zu sehen und ich war auch von der Physis nicht optimal drauf. Vielleicht sollte ich mir Morgen in Salamanca einen Tag Pause gönnen - es ist ja auch Bergfest und ich bin zeitlich nicht in Not oder in Verzug.

Im Ort Morille gibt es zwei Herbergen, also eine reguläre mit 24 Betten und eine Notunterkunft mit 6 Betten. Nur letztere wollte der Chef öffnen, weil wir nur mit 5 Buben Einlass begehrten. Dann kam als Nr. 6 noch die Finnin, die damit ganz unglücklich war und wir hofften für sie, dass Nr. 7 noch auftaucht. Tauchte sie auch und der Chef musste auch die zweite Herberge öffnen. Das hat der Geizhals nun davon :-) Unsere Herberge hat nur zwei Räume: Den engen Schlafsaal mit 3 Stockbetten sowie das Bad mit einer immerhin heißen Dusche. Um 18:30 Uhr soll es in der Bar in der Nähe Essen geben...

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Wie so häufig ein Start bei Sonnenaufgang. Trotzdem immer ein Genuss.

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Michael bei einem alten Römischen Feldstein, die den Römern zur Orientierung beim Reisen dienten.

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Don Blas, der Pfarrer (?), des vorherigen Ort, der auch die Herberge leitet, hat mit seinen Leuten große Kreuze in die Bäume gestellt.

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Weite Aussichten. Ich bin die ganze Zeit schon zwischen 700-1000 Meter Höhe unterwegs.

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Selfie hoch oben am Pico de la Dueña in etwas über 1100 Meter Höhe. Irgendwann auf dem Übergang nach Galizien schaffe ich nochmal die 1200-Meter-Marke.

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Heute ging es vielfach so lange Straßen entlang. Parallel im Grünen auch als Pilgerweg, aber die waren zu häufig noch zu abgesoffen - also kein echter Vorteil.

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Ich glaube, diesen schwarzen Schweinen, auch wenn sie hier eine Delikatesse darstellen, geht es richtig gut. Unsere industriealisierte Tierhaltung lässt eben keine artgerechte Haltung zu. Diese Schweine wirkten jedenfalls nicht unglücklich.

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Dann wieder lange Straßen entlang.

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Mein Karate-Kollege Hiro und ich in der Bar von Morille.

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Die heutige Camino-Family: Warten auf das Essen. Fünf Sekunden vorher haben alle noch auf ihre Smartphones gestarrt.

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Die gleiche Family nach dem Dinner mit einem kurzen, gelben (Grappa) als Abschluss.

 

Kommentare:

#1 RE: 20.04.2018 von Funterroble de Salvatierra nach Morille (31,8 km) — Karin 2018-04-20 18:20
Toll, Michi, D strahlst ja mit Hiro um die Wette. Ich wünsche dir ein schönes und erholsames Wochenende. Liebe Grüße Karin

#2 Bergfest? — Heike_hel 2018-04-20 21:07
Schon Bergfest? Das ging ja schnell:-) das liegt vielleicht daran, dass das so spannend ist, was du da auf die Beine stellst
(und ich bin gespannt, ob mein Kommentar diesmal online geht;-)

#3 Bergfest? — Heike_hel 2018-04-20 21:09
Schon Bergfest? Das ging ja schnell:-) liegt vielleicht daran, dass das so spannend ist, was du da auf die Beine stellst:-)

#4 Bergfest? — Heike_hel 2018-04-20 21:11
Vorher ging nichts raus, jetzt alles doppelt... Aber ich habe ja noch die andere Hälfte Zeit, um zu üben;-)

#5 Hiro san — Margit 2018-04-23 07:36
Hallo Michael, auch ich verfolge deinen Blog interessiert. Ich freue mich für dich, dass du die Erfahrungen machen und das alles erleben darfst! Wenn du Hiro san noch mal triffst und er nett ist, frage ihn doch mal bitte 日本のどこからですか。今年10月、11月に広島から名古屋までのサイクリングをしたいと思います。途中で ある協会で空手の練習を参加する可能性がありますか。深く感謝いたします, also woher aus Japan er kommt. Das wäre seht nett, viele Grüße und buen camino, Margit

 


21.04.2018 von Morille nach Salamanca (19,7 km)

 

Heute war Bergfest dieser Reise, d.h. die Hälfte der ca. 1000 km Gesamtstrecke ist jetzt mit über 500 km geschafft.

Die Tagesabläufe ähneln sich fast immer. Das Besondere heute war das kühlere und somit angenehmere Wetter zum Laufen. Die Wolken waren diesig und ließen die Sonne nicht richtig durch. In Salamanca regnete es sogar leicht. Jedenfalls war es für mich eine entspannte Tour, bei der ich keine andere Pilger-Seele traf. Der Weg nach Salamanca war auch sehr gut zu finden und um 11:30 Uhr erreichte ich bereits die Kathedrale.

Das angepeilte Hostal war leider ausgebucht und ich kam im Hotel Emperatritz II für 45,- Euro ohne Frühstück unter. Salamanca ist natürlich teurer und auch viel lauter als die bisherigen Ortschaften bzw. Dörfer. So werde ich vielleicht erst Übermorgen in Zamorra eine Auszeit nehmen.

Waschen (4,- Euro) und Trocknen (2,- Euro) musste ich heute im Waschsalon und dort nutzte ich die Zeit, um die verdrehten Bilder der Webseite zu korrigieren. 

==> Meine Bitte an die Mitleser: Wenn Ihr noch irgendwo verdrehte Bilder findet, dann nennt mir bitte das Datum und die Position des Bildes z.B. „5. Foto am 12.04.2018“.

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Der Müde-Michel beim Frühstück.

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Sonnenaufgang mit diesmal sehr diskreter Sonne.

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Ein einsamer Baum.

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Weitere Landschaft und steinige Wege.

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Landschaft und Salamanca in noch weiter Ferne.

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Kurz vor Salamanca wurde - ähnlich dem Cruz de Ferro vom Camino Frances -  ein symbolisches Kreuz errichtet.

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Blick zurück: Von dahinten rechts irgendwo kam ich angetappert.

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Nun etwas wacher mit der alten Römerbrücke und der Kathedrale im Hintergrund.

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Junggesellinenabschiede sind nicht nur auf der Reeperbahn beliebt.

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Mittagessen: Pizza und Bier - Jo!

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Blick in meine Straße mit der Kathedrale im Hintergrund.

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Hier ein Blick nach gegenüber. Man entkernt das Gebäude und versucht die historische Fassade zu retten.

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Erster Gang heute im Don Quijote: Salat mit Ziegenkäse und anderen Leckereien. Sehr gut.

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Zweiter Gang: Eine Quiche aus Ei und Spinat.

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Nachspeise: Ein selbstgemachtes Tiramisu. Also nicht Deckel auf, Becher auf Untertasse stürzen und gut. Das Menü kostete hier 13 Euro und nicht wie sonst 8-10 Euro

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Im Fußboden eingelassene Muschel - das Symbol des Jabobswegpilger.

 


22.04.2018 von Salamanca nach El Cubo de la Tierra del Vino (36,4 km)

 

Obwohl ich früh im Bett war, konnte ich nicht gut schlafen. Draußen war es die Nacht über auch sehr laut, weil hier bis einschließlich Montag irgendwas gefeiert wird. So aß ich Joghurt mit Nüssen sowie Brot mit Käse. Den ersten Kaffee gab es erst auf dem Weg bei einer Tanke, den zweiten (richtigen) in einem Hotel am Ortsausgang von Salamanca. 

Bis zum ersten Ziel in Calzada de Valdunciel (16 km) überlegte ich, was ich mit meinem linken Schuh machen sollte, damit er den linken kleinen Zeh (wofür benötigt man den eigentlich?) nicht mehr so schmerzhaft einengt. Das macht er nämlich schon seit diversen Tagen. In Calzeda de Valdunciel machte ich das Leder an der richtigen Stelle nass und versuchte mit dem Messergriff das Leder konvex etwas auszuformen. Zusammen mit einer loseren Schnürung klappte das dann ganz gut und ich war begeistert.

Das Wetter war bedeckt und eher kühl. Über große Strecken ging der Weg parallel an der A66 entlang, aber das war ok, weil der Weg eben war und ich somit den lütten linken Zeh schonen konnte, was bei schiefen Wegen oder Wegen mit viel Geröll nicht gut klappt.

Die letzte Stunde des Wegs wartete dann noch ein Wolkenbruch mit Donner und Regen auf mich. Ich war also recht nass als ich am Ziel in der privaten Herberge Torre de Sabre ankam. Immerhin hatten sie noch ein Einzelzimmer ohne eigene Dusche/Klo für mich. Kosten: 22,- Euro für das EZ, 10,- Euro für ein Menü um 20:30 Uhr und 3,50 Euro für ein Frühstück um 7:30 Uhr. Zusammen mit einem Holländischen Pärchen bin ich in einem größeren Haus untergebracht und wenn wir die Heizlüfter abschalten, können wir sogar Wasser kochen, ohne dass die Sicherung raus fliegt. Weil jetzt die Sonne scheint, haben wir alle nassen Sachen rausgehängt, was bei den Schuhen nichts nützen wird. Warten wir also aus das Menü...

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Von einer Wasserknappheit in Spanien war zumindest an diesem Morgen in Salamaca nichts zu spüren. Trotz Regen in der Nacht wurden Straßen und Wege großzügig mit viel Wasser gereinigt.

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Diesen Flieger entdeckte ich auf einem Schrottplatz am Ausgang von Salamanca.

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Was genau wollte mir der Schreiberling sagen?

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So eine Mauer sah ich neulich schon einmal. Was mag sie bedeuten? Der nächsten Mauer werde ich jedenfalls mein Leid klagen.

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Da ging ich heute hin... 

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...und da kam ich heute her.

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Dies waren die über viele km recht komfortabel zu gehenden Wege an der A66 (rechts).

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Michel beim Bearbeiten dieser Seite...

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...und beim Beinevertreten vor dem Dinner.

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Die Abendsonne über El Cubo del Vino versucht noch einmal durchzuscheinen.

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Pinwand vom Essensraum. Wer genau hinschaut, entdeckt das Logo vom Pilgerstammtisch Hamburg :-)

 

Kommentare:

#1 Linker Zeh und Wanderschuh — Mutti 2018-04-23 08:37
Mein lieber Sohn, habe mir viele Gedanken gemacht. Vielleicht kannst du Watte zwischen Zeh und Zeh und Schuh packen? Kein Mensch braucht den kleinen Zeh! Irgendwann in Millionen Jahren, falls es dann noch Menschen gibt, haben Füße nur noch 4 Zehe. Ich finde die Fotos auf deinem Weg nicht so spannend. Vielleicht hast du heute auf deinem Weg eine besseren Umgebung. Aber so was hat man leider und diese Fotos gehören mit auf deinen Weg. Ich wünsche dir keine Schmerzen heute und wieder eine spannende schöne Strecke, viele liebe Grüße deine Mutter
Eine Klagemauer wäre spannend

#2 RE: 22.04.2018 von Salamanca nach El Cubo de la Tierra del Vino (36,4 km) — Claudi 2018-04-24 21:18
LOL- das war bestimmt der „lange Ortsname“ in Deiner Threema oder? :lol:

 


23.04.2018 von El Cubo de la Tierra del Vino nach Zamora (33,4 km)

 

Ein guter Tag beginnt mit einer gut geschlafenen Nacht und einem guten Frühstück. So war es auch. Der Hospitalero gab sich alle Mühe, uns zu versorgen.

Das Wetter war sehr neblig und die Sonne schaffte ihren Durchbruch über Stunden nicht. So war der Weg aber mal ganz anders. Ohne andere Pilger zu treffen, erreichte ich nach ca. 13 km den nächsten Ort Villanueva de Campean, wo es in der Bar ein zweites Frühstück gab. Die Sonne hatte sich mittlerweile auch durchgesetzt. In der Bar traf ich Valeska aus Oldenburg wieder, mit der ich dann die restlichen 18 km nach Zamora weiter ging. In Zamora trennten sich unsere Wege wieder und ich versuchte in einem im Buch empfohlenen Hostal unterzukommen, aber das war geschlossen. So empfahl mir Booking.com das sehr nettes Hotel Tr3facio 50 m weiter für 37,- Euro pro Nacht. Das nahm ich.

Nach eine Dusche wollte ich nur kurz ruhen, aber stattdessen schlief ich wie ein Stein und ich brauchte eine Weile, um wieder klar zu werden. Bei meiner Ankunft herrschte vor dem Hotel und überhaupt in der Nachbarschaft ein reges Treiben, aber nun war alles ruhig. So trank ich also in Ruhe einen Kaffee vor dem Hotel, wertete meine inneren Sensoren aus und entschied, dass ich nach 20 Tagen nonstop Wandern nun einen Tag in Zamora pausieren werde. Ich verlängerte mein Hotel um eine weitere Nacht.

Um ca. 19:00 Uhr erwachte die Gegen plötzlich wieder und sämtlichen Tische in den Bars und Restaurants füllten sich plötzlich wieder. Oma, Opa, Kind und Kegel - alle waren draußen zusammen - Spanien eben - toll :-)

Bei der vergeblichen Suche nach einem Supermarkt traf ich Andreas aus Solingen wieder, der zufällig im gleichen Hotel unter kam und wir tranken ein paar Wein zusammen und ich aß einen großen Teller Calamares. Das war ein schöner und entspannter Abend im Trubel von Zamora. 

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Gut geschlafen, aber doch etwas gezeichnet vom Weg.

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Die ersten nebeligen km auf gutem Untergrund.

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Die Sonne hatte am Anfang Probleme sich durchzusetzen, aber irgendwann gelang es ihr doch.

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Immer noch Nebel. Hier wurde übrigens wieder Wein (links) angebaut.

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Man hat hier in der Gegend einige Steinsäulen neu aufgestellt. Einige davon auch auf Arabisch (?) beschriftet. Die Mauren herrschten neben den Römern auch längere Zeiten über große Gebiete Spaniens.

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Nach 13 km erreichte ich die erste Etappe des Tages, den Ort Villanueva de Campean, in dessen Bar ich Valeska traf. Die Sonne hatte sich mittlerweile durchgesetzt.

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Säule mit Wanderstab und Trinkbehälter. Als Trinkbehälter dienten wohl immer eine Art Kürbis.

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Zwischendurch standen wir plötzlich in einer Schafsherde, die Feierabend hatte und deshalb auf dem Weg in den Stall war. Rushhour sozusagen. Der Hirte hinten rechts schleppte noch ein Neugeborenes an einem Bein hinterher. Das lebte, aber konnte halt noch nicht richtig laufen. Ich hätte es wohl wie ein Menschenbaby nach Hause getragen :-)

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Eine von drei größeren Steinplatten, auf denen wohl ein Pilgergedicht dargestellt ist.

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Zamorra von außen am Rio Duero. Links oben die Kathedrale. Auch hier gibt es viele alte Gebäude.

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Wie alle größeren Ort, liegt auch Zamora an einem Fluss und man betritt die Stadt über eine alte gewaltige Steinbrücke, die sicher auch die Römer bauten.

 

Kommentar:

#1 RE: 23.04.2018 von El Cubo de la Tierra del Vino nach Zamora (33,4 km) — Claudi 2018-04-24 21:23
... mir gefällt das Gedicht richtig gut (so weit ich es verstehen kann). Schön, dass Du Dir einen freien Tag genommen hast

 


24.04.2018 ein Tag Pause in Zamora (0 km)

 

Obwohl ich wirklich sehr gut geschlafen habe, merke ich, dass mir die fast 600 km mit rund 29 km pro Tag noch in den Knochen stecken. Die Via de la Plata ist eben doch kein Spaziergang.

Nach Frühstück und Einkauf machte ich mich auf, die Kathedrale und das angrenzende Museum zu besichtigen. Dazu musste ich vom Hotel kommend immer nur eine lange Straße (Fußgängerzone) entlang schlendern und dabei die Augen offen halten.

Kathedrale und Museum waren wie immer voll mit historischen, kirchlichen Kunstschätzen, aber es waren nur wenige Besucher dort.

Danach schlenderte ich wieder zurück und gönnte mir ein Menú del Dia in meinem Hotel für 10,80 Euro. Nach einer Siesta sitze ich nun vor dem Hotel und schaue mal, ob sich wieder so ein buntes Treiben wie gestern ergibt. Morgen geht es früh los, aber wegen des Angebots an Übernachtungen werden es wohl nur 19 km werden, was bei Temperaturen von 17-24°C auch reicht. Noch mal zusätzliche 16 km kann man machen, muss man aber nicht :-)

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Frühstück: Erheblich aufgewertet durch die mitgebrachte Banane.

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Unterwegs zu Kathedrale: Treffpunkt für ältere Herren.

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Kleiner Laden mit allen landestypischen Delikatessen.

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Eine von mehreren Kirchen entlang des Wegs. Die beiden Herren in Bronze haben eine bestimmte Bedeutung, aber welche? Ich sah sie auch als Anhäger im Kitschladen.

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Tolle Wandmalerei, bei der man zwei mal hinschauen musste.

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Kathedrale (rechts) und Obispado (links) in einem Bau.

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Beeindruckende Wandteppiche.

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Das könnte ich mir als späteren Grabschmuck vorstellen, aber was bedeutet der lose Kinderkopf zu ihren Füßen? Und was macht die fiese Göre an ihrer Seite?

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Der Herr in der Mitte hat irgendwas mit Pilgern zu tun. Das ist deutlich zu erkennen.

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Michael vor einem Aufbau (Altar?) aus Silber.

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Noch ein Wandteppich. Auch die Damen wurden anscheinend schon mal einen Kopf kürzer gemacht. Bin gespannt, ob der Henker mit der überzogenen Ausholbewegung überhaupt den Hals getroffen hätte.

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Jesus.

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Teil 1 des Menü: Tomatensalat mit etwas Käse, Brot und Wein.

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Teil 2: Gemüse u.a. mit Pilze und Zwiebeln und Käse.

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Mein temporärer Kiez am Abend. Gestern war doch mehr los.

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Das reichhaltige Angebot an Häppchen zum Essen der Bar neben an - meistens aber leider sehr fleischlastig.

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Mein heutiges Abendessen. Mein Körper dürstete danach und die Chips kann ich Morgen ja nur schlecht heil mitnehmen. 

 


25.04.2018 von Zamora nach Montamarta (18,7 km)

 

Früh aufgewacht, packte ich meine sieben Sachen und aß meine eigenes Futter zum Frühstück. Im Hotel gab es zum Abschied noch einen großen Café con Leche und dann um 7:15 Uhr ging es ab auf die Piste. 

Den Weg aus dem Straßengewimmel von Zamora heraus fand ich ohne Probleme, aber bei dem Kreisel, wo es laut Buch heißt „den Kreisel überqueren“, hätte ich quasi links abbiegen müssen. Als Folge musste ich ein paar km parallel zur N-630 laufen, die hier stark befahren ist. In Roales del Pan fand ich dann auf den korrekten Weg zurück und ging ihn allein bis nach Montamarta. Ich war um ca. 11:00 Uhr vor Ort, was bei 19 km kein Problem ist, aber es sollte sehr warm werden und ich hätte noch 16 km bis zur nächsten Ortschaft, die nur über eine einfache öffentliche Herberge verfügt, weiter gehen müssen.

So blieb ich in Montamarta in der Pension „El Tio Bartolo“ für 20,- Euro ohne eigenes Bad. Da ich aber der einzige Gast bin, gehört mir eigentlich alles. Die Duschen sind warm und die Elektrik (wie so häufig) zum Davonlaufen.

Hier im Ort scheint alles in der Hand einer Familie zu liegen. Vattern kümmert und regelt alles, Sohnemann kassiert die Pension und repariert den Kicker in der Bar und die Tochter kassiert im Supermarkt und managed die Bar. Die Mutter habe ich noch nicht gesehen. In der Bar gab es Bocadillo con Quezo mit Bier und Kaffee und außerdem traf ich dort Hiro und Andres wieder. Das Restaurant öffnet um 19:30 Uhr für Menú del Dia. Bin schon gespannt.

Im Restaurant erschienen fünf Pilger zeitlich versetzt zum Menü und jeder wurde an einen anderen Tisch platziert. Claudia aus Osnabrück, Charlotte aus der Schweiz und ich fanden das suboptimal und so setzten wir uns zusammen und hatten einen netten Abend. Morgen sieht man sich dann wohl nach 23 km in Granja de Moreruela wieder.

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Sonnenaufgang mit schwach erkennbarer Sonne. Das ist nicht spannend, aber immer einer der wichtigen Parameter, wenn man sich auf den Weg macht - etwa so wie Temperatur, Regen, Geräusche und Verkehrsaktivitäten.

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Selfie mit einem hoffentlich etwas erholter aussehenden Michael.

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In Roales del Pan muss es jemanden geben, der gerne Skulpturen aller Art fertigt. In diesem Garten gab es alle möglichen Tiere, Pilger mit Rucksack sowie Rotkäppchen und der Wolf. Das Sonnenlicht ließ leider kein besseres Foto von der Szenerie zu.

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Ansonsten gab es wieder weite Landschaften mit langen, aber sehr gut zu gehenden Wegen. Im Hochsommer muss das hier höllisch sein bei Temperaturen von locker über 40°C im Schatten, aber eben ohne Schatten.

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Hier noch mal ein Blick zurück. Die Besonderheit besteht in dem einzigen erkennbaren Verfolger, einem kleinen Franzosen, der es tatsächlich wagte, mich zu überholen. Außerdem sieht man rechts die noch unfertige Hochgeschwindigkeitstrasse, einer neuen Bahnverbindung zwischen Madrid, Zamora, Ourense, Santiago und A Coruña.

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Wegweiser zu allen öffentlichen Geschäften des Familienklans: Bar, Restaurant, Pension und Supermarkt. Die Bar ist rechts klein zu erkennen. Mehr gibt es in diesem Ort eigentlich auch nicht.

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Ja ja, ich weiß, immer das gleiche Futter. Was meint Ihr denn, wie sehr ich mich nach einem tollen Salat oder einem gebratenen Fisch sehne? Und erzählt mir jetzt hier bitte nix vom frischen Deutschen Spargel & Co... 

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Die Pension „El Tio Bartolo“ von außen. Unscheinbar.

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Meine bescheidene Kimenate.

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Mein dafür umso großzügigerer Innenhof, unter dessen Schirm ich jetzt sitze und diese Texte verfasse. Es sind gerade 26°C und ich genieße die Ruhe, das heißt, einige Vögel unterhalten sich hier noch ganz angeregt.

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Vorweg wenigstens ein paar Vitamine - wenn auch ohne Spargel.

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Hinten dran Fisch in Eihülle.

 

Kommentar:

#1 ?!!! — Alex 2018-04-26 07:40
Siehst du Michi, da hast du heute deinen Salat und deinen Fisch bekommen :lol: klar ein bisschen mehr Dekadenz beim Fisch wäre toll gewesen, aber immerhin oder?? Viel Erfolg weiterhin & sehr bewundernswert, dass du jedes Jahr einen Camino gehst!!
Liebe Grüße!

 


26.04.2018 von Montamarta nach Granja de Moreruela (22,4 km)

 

Auch wenn man denkt, dass ich ja häufiger mal den Luxus eines separaten Zimmer für mich habe, darf man es nicht mit Deutschem Standard vergleichen:

Die Elektroinstallationen sind teilweise haarsträubend und die Elektrogeräte ebenfalls gefährdend. Die Fenster ubd Türen sind undicht und Heizungen sind manchmal Mangelware oder funktionieren nicht. Die  Duschen sind häufig kalt oder lecken, die Toiletten hören nicht auf zu laufen. Neue Lebensformen bilden sich in Kühlschränken und Besteckschubladen, heute roch es nach feuchten Stellen im Raum. Immerhin hatte ich noch keinen Kontakt mit Bettwanzen - andere Pilger schon. Sehr häufig muss ich zu mir sagen: „Schau nicht hin!“

Jedenfalls bin ich gut gesättigt um ca. 7:10 Uhr gestartet und hatte einen schönen Weg. Nach ca. 12 km holten mich Hiro und Andres ein und wir gingen den restlichen Weg zusammen. Um ca. 12:00 Uhr waren wir am Ziel und quartierten uns in der öffentlichen Herberge für 6,- Euro ein.

Um 14:00 Uhr aßen wir dann ein Menu del Dia und ich versuchte danach etwas zu schlafen. Das ging aber nicht, weil viele Nachzügler kamen und einige Menschen unentwegt reden müssen. Ich traf aber mehrere andere bekannte Gesichter und mit einigen von ihnen trank ich vor der Bar im Schatten ein paar Bier. 

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Die erste Aufgabe bestand darin, von der Landzunge unten links zur Friedhofskirche rechts zu gehen. Kein Thema, wenn man über das Wasser gehen kann. Für mich allerdings doch ein Thema :-)

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Trotz Sonne war der Wind recht stark und kalt. Daher auch Kaputze und Mütze.

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Am Anfang schlängelte sich der Weg leider an der N-630 und der A-66 entlang. Da ich ab Morgen nach Westen abbiege, sehe ich beide Straßen wohl nicht wieder.

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Die Reste einer alten Burg.

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Andres, meinereiner und Hiro im Schatten ihres Angesichts.

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Meine Herberge.

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Mein Schlafraum. Die Duschen sind aber sauber und warm.

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Mein Blick nach oben, wenn ich im Bett liege. Gut, dass ich beim Schlafen die Augen zu habe und die Flecken auf dem Metall nicht sehe.

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Meine Macaroni.

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Mein Salat mit Ei und Käse.

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Gruppenbild vom Bier im Schatten vor der Bar: Morton, Claudia, Wulf, Michael und Arnold.

 


27.04.2018 von Granja de Moreruela nach Tabara (24,8 km)

 

Gestern äußerte ich mich ja zu Einzelzimmern in Pensionen, Hostals oder Hotels. In Herbergen kommen noch folgende Nachteile hinzu: Man hat in der Regel nicht mal einen eigenen Stuhl oder eine Ablage für seine Sachen, es gibt keine Handtücher und sowieso keinen Haken, wo man sie hinhängen könnte. Eine Privatsphäre kann man natürlich auch nicht erwarten. Eine Herberge soll in erster Linie für die Nacht ein günstiges Dach über dem Kopf bieten  - nicht mehr und nicht weniger. Es gibt natürlich auch Herbergen, die diese Erwartung weit mehr als übertreffen, aber das sind vor allem die privaten Herbergen.

Jedenfalls bin ich kurz vor 6:00 Uhr raus aus dem Bett und gönnte mir eine heiße Dusche, was zur Folge hatte, dass ich mein Handtuch nass mitnehmen muss. Ich hatte noch etwas Brot und Bananen, welche als Frühstück ausreichten. Kaffee gab es leider nicht. So startete ich um ca. 7:00 Uhr mit Arnold und wir konnten ein paar schöne landschaftliche Momente miterleben. Gegen 8:30 Uhr bin ich alleine weiter gegangen und ca. 7 km vor dem Ziel traf ich in einer Bar in Faramontanos de Tabara Juan aus Panama/Equador, mit dem ich dann den restlichen Weg nach Tabara ging. Dank der gestrigen Reservierung von Arnold wartete ein schönes Einzelzimmer auf mich für 25,- Euro, bei dem der Preis für das Menü am Abend beteits enthalten ist. Sehr günstig also.

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Granja de Moreruela heute Morgen um ca. 6:45 Uhr. Der Himmel war heute mal spektakulär.

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Hier noch mal der von der Sonne toll eingefärbte Himmel.

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Blick zurück im Morgenlicht.

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Eine Brücke bei spiegelglatter Wasseroberfläche.

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Jaaa, ich wollte auch mit auf das Foto.

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Der Weg geht weiter.

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Ein mehrere km schnurgerade langer Weg führte zur ersten und einzigen Zwischenstation in Farmontanos de Tabara bei km 19.

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Ab hier heißt das letzte Stück bis Santiago „Camino Sanabrés“ und stellt gleichzeitig auch das Endstück des „Mozarabischen Jakobswegs“ dar. Die „Via de la Plata“ würde eigentlich weiter nach Norden nach Astorga gehen, aber mein Weg jetzt gilt wohl mehr aus praktischen Gründen als „Via de la Plata“. Die Leute, die hier längs gehen, kennen den „Camino Frances“ via Astorga schon.

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Ein etwas reichliches Mittagessen.

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Mein Hostal „El Roble“, welches auch eine Herberge beinhaltet.

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Mein Zimmerchen: Klein, sauber, alles heil und zweckmäßig. Ein Fenster ist rechts.

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Mein Bad: Ebenfalls sauber und gut. Dass man die Brause weder hier noch bisher irgendwo anders vernünftig zum Duschen einhängen konnte, das ist hier eben so. Vielleicht würde diese Funktionalität auch das Unglück anziehen? Dann lieber nicht. Dafür erlaubte die Wirtin das Trocknen der Wäsche (siehe Waschbecken) im Innenhof der Küche. Der Koch war nicht so begeistert, als ich mit der Wäsche durch seine sicher "heilige Küche" stapfte:-)

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Kartenspielen zu Viert - eine häufig gesehene Beschäftigung der meist älteren Herrschaften am Nachmittag in der Bar.

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Die im Dorf gelassene Kirche von Tabara. 

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1. Gang des Menü: Gemüseallerlei.

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2. Gang: Tote Fische mit Fritten und Salat.

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Hinten dran einen Lütten. Meiner war der gelbe, also ein Art Grappa mit Kräutern. Der andere war eine Art Nusslikör.

 

Kommentar:

#1 RE: 27.04.2018 von Granja de Moreruela nach Tabara (24,8 km) — Claudi 2018-04-29 20:18
Das Foto mit der sich spiegelnden Brücke ist superschön. Das hat so eine ruhige, entspannte Atmosphäre - me gusta

 


28.04.2018 von Tabara nach Olleos de Tera (36,2 km)

 

Um 7:00 Uhr gab es Frühstück und zusammen mit meinen Beständen (Brot, Banane, Käse) konnte ich ein Frühstück sowie einen Snack für unterwegs basteln.

Ich fand schnell auf den Weg und durch das kühle Wetter und die guten Wege ließ es sich gut gehen. Da ich nach den ersten 22 km gern noch weitere 13 km bis Olleos de Tera gehen wollte, wo es nur 6 Betten gab, ließ ich mir mit Hilfe eines Mitpilgers dort ein Bett reservieren. Die letzten 13 km bin ich zusammen mit Wulf gelaufen und das Wetter war trotz einiger arg dunkler Wolken gnädig. So haben wir nun eine urige Herberge „La Truchs“ deren 6 Plätze mit 8 Leuten überbelegt ist. Sie soll nur 6,- Euro kosten und das Menü 9,- Euro.

Da es Morgen nach 26 km in Mombuey nur eine unschöne Herberge geben soll, habe ich per booking.com für den Ort ein Zimmer reserviert.

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Der Blick zurück auf Tabara.

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Er könnte sich mal wieder rasieren ... Morgen!

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Der Weg.

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Kanal in Santa Croya de Tera.

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Längere Strecken durch Pappel-Monokulturen.

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Kirche oder/und Herberge in Santa Marta de Tara...

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...an der es die älteste Darstellung eines Jakobus-Pilgers überhaupt gibt (11. Jahrhundert).

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Ja doch, er darf auch noch mal mit auf das Foto.

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Ein Symbol des Frühlings: Ein (Apfel?) Baum in bescheidener Blüte.

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Berggipfel in der Ferne mit Schnee. Bin gepannt, ob ich da durch muss.

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Meine Herberge.

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Mein heutiger Schlafraum. Sehr urig, aber immerhin keine Stockbetten. Andere Betreiber würden hier deutlich mehr Betten unter bringen.

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Hier der lokale Supermarkt. Woran erkennt man ihn? Man muss danach fragen, aber ein Schild würde schon helfen, oder?

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Die Pilgergruppe nach der Fütterung. Man ist beschäftigt mit der Tour für Morgen oder den Nachrichten aus der Heimat.

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Das lag einer Packung Mandeln bei - also nicht schlucken! 

 


29.04.2018 von Olleos de Tera nach Mombuey (24,8 km)

 

Der Kaffee zum Frühstück wurde ja gestern Abend schon fertig gemacht, so dass wir unsere Tassen nur noch in Mikrowelle im Schlafraum stellen mussten. Industriekuchen verschenken und eigene Sachen essen :-) Die Herberge gestern kostete also 6,- Euro für das Bett, 10,- für das Dinner und 2,- Euro für das Frühstück.

Der Weg selbst war recht unspektakulär. Spannend war die Frage, ob es nun Regen gibt oder nicht. Der Regen war kaum der Rede wert und zusammen mit Hans aus Östereich und Sebastian aus dem Westerwald kehrten wir zum Kaffee bei einem Südafrikaner ein, der in Villar de Farfón aus eine Ruine eine Herberge aufbaute und diese nun betreibt. Danach ging ich den Rest des Wegs allein weiter bis Mombuey. 

Hier hatte ich ja ein Zimmer in einem Häuschen gebucht und wohne hier nun heute zusammen mit Didier aus Frankreich sowie Vigo aus den USA. Das Häuschen ist irgendwie entzückend. Durch die Haustür zieht es zwar mächtig, aber es ist alles da, was man benötigt. Um 19:00 Uhr wollte die Besitzerin, die mich zur Begrüßung leidenschaftlich umarmte, ein Dinner für 8,- Euro mit Wein (sonst 6,- Euro ohne Wein) kochen ... das Dinner entfällt, weil die Tochter nun angeblich krank ist. Auch diese hatte mich zu Begrüßung umarmt ...

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Ein Stausee mit Staumauer und natürlich Stauwasser.

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Die Wege am Vormittag, immer auch mit Blick in den Himmel, weil man ja den Regen scheut.

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Ich sehe gerade, dass ich mich mal wieder rasieren muss...

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Eine Brücke für Fußgänger. Das funktioniert hier auch ohne Geländer und Warnschilder - in Deutschland undenkbar.

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Die Berge in der Ferne sind zum Teil noch mit Schnee bedeckt. Mein Kompass sagt Richtung Norden, also nicht meine Richtung. Bis -5°C kann ich problemlos unterwegs sein, wenn ich denn trocken bleibe.

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Ein schönes Arrangement aus Felsen und Strauch.

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Werbender Wegweiser zu meiner Übernachtungsstelle „El Pajar“ in Mumbey.

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Meine häutige Hütte.

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Meine heutige Katze. Ich traf sie vor dem Haus, als sie dort voller Wonne Tortillas aß. Da ich das Risiko von Flöhen nicht eingehen wollte, musste sie leider draußen bleiben.

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Mein Einzelzimmer mit Fenster zur Wohnküche. Gut, dass ich alleine bin. Didier hatte letzte Nacht durch sein Geschnarche allerlei Unwillen auf sich gezogen.

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Meine Wohnküche.

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Die quakende Katzepopatze :-) 

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Dieses Teil fand ich in der Küchenschublade. Wer kann mir sagen, wofür man es benutzt?

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Speise 1: Suppe mit Meeresgetier. Als ich die auf hatte, fiel mir ein, dass man sonntags keine solche Gerichte bestellt, wenn man das Lokal nicht wirklich gut kennt. Wird schon gut gehen, oder?

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Speise 2: Gebratener Fisch mit etwas Salat. Als Nachtisch wählte ich eine Apfelsine. Bis Morgen. Drückt mir wegen des Wetters für die ca. 31 km bitte die Daumen.

 

Kommentar:

#1 Re:unbekanntes Küchengerät — Christian 2018-04-30 06:40
Moin Michi, schön zu lesen, dass es Dir gut geht! Das unbekannte Gerät dürfte eine Kombination aus "Kapselheber" und Dosenöffner sein, liebe Grüße aus Lüneburg

 


30.04.2018 von Mombuey nach Puebla de Sanabria (32,7 km)

 

Die Nacht über hatte es etwas geregnet und es war am Morgen nur etwa +1°C warm. Die Prognosen wiesen auf instabiles Wetter hin, aber ich hatte den ganzen Tag wirklich Glück, obwohl ich zwei mal den Regenponscho kurz überzog. Die ganzen 32 km traf ich keinen anderen Pilger und fast keine anderen Passanten. In den Dörfern, durch die ich kam, wohnt entweder fast keiner mehr oder man geht nur raus, wenn es notwendig ist. Mein am Ziel anvisiertes Hostal „La Trucha“ hatte wegen Renovierung gar nicht geöffnet und auf die Albergue Municipal im Ort habe ich nach dem kalten Tag gestern in unserer zugigen Hütte keine Lust.

Unterwegs fand ich eine Werbung für das „Hostal Carlos V“, welches nach booking.com 67,- Euro kosten sollte, aber ich bekam es als Peregrino für 40,- Euro pro Nacht. Es ist aber ein total schönes Zimmer mit einem schönen Bad in der Altstadt einem von vielen Touristen besuchten Ort „Pueblo de Sanabria“. Das sei mir zwischendurch gegönnt. Morgen geht es immerhin ca. 30 km über den höchsten Punkt der Tour mit ca. 1360 m und dort liegt hoffentlich kein Schnee! Dieser Ort hier liegt bei etwa 900 m.

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Der Bart ist wieder ab, der 1. Lack auch, aber das gehört zum Leben dazu, wenn man über 50 Jahre alt ist :-)

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Katzentreff am Morgen.

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Eine alte Kirche im Dorf. Jedes Dorf hat hier eine eigene Kirche. 

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Mutter und Kind. Endlich sehe ich mal wieder Tiere am Weg. Nur Kühe und Schweine sind irgendwie dauerhaft verschwunden.

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Hier hat es gleich zwei umgehauen, also links den Infostein des Camino Sanabres sowie den Hund rechts, der noch nicht mal Lust hatte mich anzubellen.

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Appropos Infosteine - diese findet man von Zeit zu Zeit am Wegesrand. Wer Spanisch lesen kann, kann uns dies als Kommentar ja mal übersetzen.

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Ein Esel beim Grasen.

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Es ging heute wieder oft durch diese toten Wälder. Ich vermute, dass das parasitäre Kraut die Bäume letztlich umbringt.

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Diese Kirchentür zeigt eine Darstellung des Fegefeuers, um den Leute Angst zu machen vor der Hölle.

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Schönes Naturschauspiel mit Bergen, Wolken, Licht und Schnee.

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Werbeschild zu meiner heutigen Unterkunft weit vorm Zielort, aber erfolgreich, weil ich wohne dort heute ja :-)

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Mein Schlafzimmer.

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Mein Bad.

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Bestellt habe ich Bier und Oliven. Bezahlen muss ich nur das Bier. Anscheinend hat jeder Wirt unterm Tisch einen Eimer mit Oliven stehen, die er dann gern gratis zu einem Getränk mit anbietet - das finde ich gut.

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Dann bestellte ich einen Milchkaffee plus das sehr leckere Selbstgemachte, dass ich aber ganz sicher bezahlen muss. Ich halte es für eine Art Crème Brûlée.

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Wenn Ihr Kinder oder Enkel habt oder kennt, dann schenkt ihnen unbedingt Formen-Spiele wie dieses hier für Kleinstkinder. Sie helfen später im Leben zu erkennen, welche Dinge man idealerweise wohin tut, was passt und was nicht. 

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Ihr könnt sicher schnell erraten, welcher Stempler so ein Spiel hatte und wer nicht. Die Tusse aus der Kirche haut doch glatt ihren Stempel in die Mitte der 2. Reihe rechts, obwohl ich ihr das linke Feld klar und deutlich zeigte. Ein Feld hätte allemal gereicht. Der Depp oben links hätte seinen Stempel auch weiter nach rechts rücken können. Wenn ich mangels freier Felder in Santiago einen zweiten Ausweis starten muss, bekomme ich die Krätze.

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Hier mein Andessen: angekokelt und zu trocken. Ich kann ja nicht, wie sonst so viele Franzosen hier mit Toast und Kaffee, meine Pizza ins Bier tunken. 

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Live-Musik jetzt hier in meinem Hostal. Vielleicht wirde der Abend doch noch nett...

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Wegweiser

 

Kommentar:

#1 RE: 30.04.2018 von Mombuey nach Puebla de Sanabria (32,7 km) — Claudi 2018-05-01 12:19
Aaah, das Zimmer entspricht doch eher unseren Zimmerchen beim Pilgern :lol:
... Pilger, dieses Dorf hat Könige empfangen und die Geschichte verändert. Fernando V, der Katholik und Felipe I, der Schöne beschlossen hier die Zukunft Spaniens, Europas und den Frieden.... to be continued

 


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01.05.2018 von Puebla de Sanabria nach Padornelo (22,6 km)

 

Frühstück wurde erst ab 8:00 Uhr im Hostal angeboten und da könne man auch nix machen. So aß ich also nur mein Joghurt und hoffte auf eine Bar im Ort. Als ich das Hostal um 7:00 Uhr verließ, war allerdings für zwei Gäste ein provisorisches Frühstück vorbereitet worden und im Dorf gab es noch keinen Kaffee :-(

Die ersten 12 km bis Requejo probierte ich bei ca. 0°C verschiedene Wegvarianten parallel und abseits zur sehr wenig befahrenen N-525, aber es gab dann doch zuviel Wasser und Schlamm, so dass ich wieder zur N-525 wechseln musste. In Requejo gab es den ersten Kaffee des Tages und ich traf erst den Schnarcher Didier, dann Arnold und später Lucia wieder. Mein Buch beschreibt vier Wege über den höchsten Punkt des Weges mit 1360 m, aber eine Touri-Info empfahl wegen zuviel Wasser den Weg über die N-525, was Arnold, ich und die anderen dann auch taten. Hinter einem Tunnel unter dem Padornelo-Pass blieb ich dann bei km 22 in einem Trucker-Hostal hängen und Arnold ging noch 8 km weiter. Nach einer Albergue Municipal ist mir gerade nicht zu Mute, weil ich nur sehr wenig Lust verspüre, mich über kalte Dusche, zugige Räume, keine Klobrillen, keine Kackpappe usw. zu ärgern...

Hier im Hostal traf ich aber Jose wieder und wir aßen gemeinsam etwas. Er ging dann aber auch weiter bis nach Lubián. Mein EZ mit eigenem Bad kostet 25,- Euro. Die hier an der Bar bedienenden Damen sind zwar sehr nett, aber sprachlich eine Katastrophe, da sie wirklich kein einziges Wort Englisch sprechen. Das ist leider für die Menschen aus dem Gastgewerbe mit der gerade auf einem Jakobsweg doch sehr internationaler Kundschaft symptomatisch und somit sehr ärgerlich und hinderlich. Alle Pilger untereinander versuchen es mit ihren mehr oder weniger paar Brocken Englisch und das klappt erstaunlich gut, weil sich jeder etwas Mühe gibt.

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Start ausnahmsweise mal nicht bei Sonnenaufgang sondern bei Monduntergang.

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Viel Wasser auf den offiziellen Wegen.

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Mein Weg. An den Windenergieanlagen kam ich tatsächlich im gewissen Abstand vorbei, aber durch Schnee musste ich nicht gehen.

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Selfie vor einem sehr alten Pilgerkreuz.

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Ein Gruß an Frau Schaa: Hier blühen die Birken, aber mir macht das in diesem Jahr auch ohne Behandlung nix aus. Vielleicht sind Spanische Birken ja auch nicht so allergen?

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„Hielo“ ist Spanisch und heißt übrigens soviel wie „Rieseschlange“. Arnold und ich sind hier also im Laufschritt durch gelaufen, was mit Rucksack gar nicht so einfach ist.

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Arnold und ich fast oben.

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Lucia und Arnold im Tunnel direkt unter dem Gipfel. Lucia wartete davor auf uns, weil ihr der Tunnel im Alleingang nicht geheuer war. Meine Geschichten von Riesenspinnen, Rieseschlangen usw. wollte sie nicht hören.

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Meine Bleibe für heute mit Tankstelle direkt zwischen N-525 und A-52

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Zum Mittagessen gab es einen Salat mit Spargel. Jose meinte, dass Spargel hier einfach sehr teuer wäre. Als Angebot beim Grünhöker habe ich ihn hier auch noch nirgendwo gesehen.

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Jose and me :-)

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Der Ausblick aus der Bar auf die Berge und die A-52.

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Einzige Vorspeise “sin carne“ beim Menu del Dia für 12,50 Euro: Insalata Mista (ohne Spargel).

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Dann gab es Merluza, ein Fischfilet.

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Das ist irgendwas mit „Nata“, also Blätterteig mit Sahne und Süß.

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Hier zeigt sich die A-52 noch einmal von ihrer „romantischen“ Seite beim Sonnenuntergang.

 

Kommentar:

#1 RE: 01.05.2018 von Puebla de Sanabria nach Padornelo (22,6 km) — Karin 2018-05-02 17:51
Moin aus Hamburg. Hi Michi, Hielo = Eis, Glätte . An deinen tollen Berichten und Bilden erfreue ich mich jeden Tag. Herzlichen Dank. Weiterhin viel Glück und frischen Mut. . Bleibe gesund. Herzliche Grüsse von Karin

 


02.05.2018 von Pardonelo nach A Gudiña (31,3 km)

 

Das Wetter war mit leichtem Schneefall sowie +3°C am Tagesanfang eher bescheiden. Das freute ich mich doch sehr über das Frühstück um 7:00 Uhr mit Kaffee und Käsebrot. 

Dann ging es los auf die geplante 32 km lange Strecke nach A Gudiña. Die Beschaffenheit der Hälfte der Wege war sehr schlecht mit viel Geröll und Überflutungen. Dazu kamen einige Anstiege, wie dem zu einem Pass auf 1260 m Höhe, der die Grenze nach Galizien darstellte. Ich bin also jetzt nicht mehr in Kastilien, sondern in der letzten Provinz Galizien, deren Hauptstadt Santiago de Compostela ist.

Von den mühevoll herausgesuchten Hostals hatte keines Betten frei oder sie waren zu weit weg. So musste ich in der öffentlichen Herberge unterkommen - immerhin in einem Bett unten. Dabei hätte ich so gern meine komplett vollgeschwitzten Sachen durchgewaschen. Morgen stehen nämlich auch wieder 35 km an und ich kann hier nur schlecht regenerieren. Aber immerhin hier sind wenigstens viele nette bekannte Gesichter dabei.

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Das war mein Plan möglicher Übernachtungen in A Gudiña, die keine Herbergen sind. Ok, hat nicht geklappt, aber vielleicht Morgen?

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Michel in seinem Lieblings-Outfit, welches immer einen lustigen Tag verspricht.

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Dunstiges Wetter und Wolken quasi in Augenhöhe. Als ich das Hostal verließ, schauten mir noch drei Arbeiter hinterher, die mich sicher für bekloppt hielten.

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Eine Baustelle verhinderte die Begehung des normalen Wegs, der hier sowieso sehr steil bergab ging. 

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Bäh! Von hinten links kam ich, dann über glitschige Baumstümpfe ohne auszurutschen nach rechts, rechts hinter den Birken vorbei klettern und dann mit Rucksack eine gewagten Abstieg im Schlamm hinlegen. Klappte aber dann doch.

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Auch ein netter Weg...

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An der Grenze Kastilien/Galizien.

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Geschafft - im doppelten Sinne.

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Hier hat man ja wenigstens in der Mitte eine Art sicheren Steg geschaffen.

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Nun sieht er wieder etwas besser aus. Die Wege wurden auch wieder besser.

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Dies sind die typischen Monolithen in Galizien, wie die Jahre zuvor.

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Einige Wege waren auch sehr felsig.

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Spot the Michel - Finde den Michel.

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Kommentar:

#1 Weg — Mutti 2018-05-03 07:38
Dann wird die Strecke wohl bald wärmer, hoffe ich. Auch in Deutschland hat es geschneit. Hier in Hamburg scheint die Sonne zeitweise aber die Temperaturen sind über 10 Grad. Was machen die Füße bei der unebenen Strecke mit den vielen Steinen? Alles Liebe, Mutti. Und halte durch!!!

 


03.05.2018 von A Gudiña nach Laza (35,3 km)

 

Diesmal bin ich ohne zu Duschen gestartet. Ab 6:00 Uhr wollte die Bar nähmlich schon Frühstück anbieten. So sind wir mit Arnold und Lucia recht früh, aber mit einem guten Frühstück im Bauch gegen 7:15 Uhr zu den ersten 20 km des Tages nach Campobecerros gestartet. Der Weg war von guter Qualität und auch das Wetter war prima - anders als gestern noch :-) So ging es den ganzen Tag mit einer super Aussicht durch Berge und Täler. In Campobecerros machten wir gegen 11:00 Uhr erst mal Pause, tranken alkoholfreies Bier und teilten uns einen großen Salat (mit Spargel).

Dann ging es 15 km weiter nach Laza. Wie zuvor durch einige kaputte oder/und verlassene Dörfer, über  Bergkämme, aber letztlich runter von 1000 m auf 500 m. 6 km vor Laza stießen wir noch auf eine sehr liebevoll gestaltete Self-Service-Station für Peregrinos. Mit der Bitte um Donativo (Spenden) gab es dort Kaffee, Wasser und Kekse. In Laza selbst musste ich mangels Angebote in einer Herberge unterkommen, die allerdings recht modern und sauber ist. Leider gibt es keine Waschmaschine und ich würde meine verschwitzten Sachen so gern mal richtig waschen und nicht nur auslüften.

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Weite Ausblicke am Morgen.

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Hier wird überall noch fleißig an der Schnellbahntrasse gebaut. Für uns bedeutet das, dass einige Hostals mit Arbeitern ausgebucht sind.

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So verlassen und einsturzgefährdet sieht das hier in vielen Ortschaften aus. 

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Ein Kreuz am Wegesrand.

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Ein Selfie am Kreuz: Michael, Lucia and Arnold.

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Solche Ketten von Eichenprozessionsspinnern haben wir heute mehrfach gesehen.

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Die Self-Service-Station 6 km vor Laza.

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Nochmals weite Ausblicke - man gewöhnt sich irgendwann dran - die Mitleserschaft sicher auch.

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Eine Fliese an der Herberge. Gute Nacht!

 

Kommentar:

#1 Besonderheiten — Mutti 2018-05-04 16:26
Mensch Sohn, solche Spinnenketten finde ich senationell! Habe sowas noch nie gesehen. Aber der Mauervorsprung oder Dach wo du sitzt, ist erschreckend. Auf dem Foto biegt er sich und beim Einsturz würdest du erschlagen. Gute Gesundheit für den weiteren Weg.

 


04.05.2018 von Laza nach Xunqueira de Ambia (33,1 km)

 

Geschlafen habe ich in der Herberge nicht gut. Außerdem bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht und unser Raum roch wiederlich. Also hoch, duschen, packen und los. Die Bar hielt ihr Versprechen mit Frühstück ab 7:00 Uhr.

Wir, also Arnold, Jucia und ich, sind zwar zu dritt gestartet, aber Arnold ließ sich recht früh zurück fallen und war dann verschwunden. So ging ich dann zusammen mit Lucia die 19 km bis Vilar de Barrio und entschieden uns dann wegen des schönen Wetters für die weiteren 14 km nach Xunqueira de Ambia. So bleiben morgen lediglich die rund 23 km bis nach Ourense übrig, der letzten größeren Stadt vor Santiago de Compostela. Bis Santiago sind es laut meines Buchs von hier noch 129 km

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Wie immer war es etwas frisch am Morgen, aber der Himmel war klar und die Aussicht mit dem Morgenlicht sehr schön.

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Landschaft...

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Ein Sonnenschein im Sonnenschein unterwegens.

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Dies ist die berühmte Bar Rincón de Peregrino. Pilgerfreund Luis hat hier Hunderte oder Tausende Muscheln mit Namen von Pilgern indtalliert. Unsere Muschel, also die von Lucia und mir, wird auch irgendwann dort hängen.

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Dies ist nur ein Raum mit den gesammelten Muscheln. Es gibt noch mehrere davon.

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Wieder ein großes Kreuz am Weg.

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Märchenweg - Teil 1.

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Stilleben unterwegs.

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Im Bereich der Provinz Ourense findet man immer wieder diese sehr nett gestalteten Wegweiser.

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Nachdem die typischen Monolithen wieder den Weg weisen und ich diesen ersten Getreidespeicher sah, bin ich in Galizien angekommen.

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Dies war wieder ein ewig langer Weg, bei dem man kein Ende am Horizont sah.

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Märchenweg - Teil 2.

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Dann gab es wieder weite Aussichten.

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Durchsicht durch verschiedene Betten mit allem, was da hängt und gelegentlich auch stinkt: Socken, Beutel, Handtücher und was auch immer.

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In einer Bar kam Jose zufällig hinzu, der sich ein Brot (Bocadillo) mit Käse, Salat, Zwiebeln und Tomaten bestellte. Ok, die Tomaten gab es doch nicht, aber es war trotzdem eine Abwechslung.

 

Kommentar:

#1 Endlich wieder eine Nachricht!! — Rosi und Heinz 2018-05-05 19:35
Lieber Michael. Endlich mal gutes Wanderwetter. Dieser Griff mit den Haken, ich vermute ein Flaschenöffner und Dosenöffner. Deine Fotos sind Beeindruckend und immer mit Erläuterungen. Du machst dir sehr viel Mühe. Immer wieder Bilder von Land und Leute. Junge Studenten in der Stadt und Rentner vor der Dorfkneipe. Ich werde mir mal einige Orte merken, mal sehen wie weit du es geschaft hast. Was machen die Füße? Wir wünschen dir alles Gute, halte dich fit mit heißen Tee und auch mal eine Pause einlegen, dann schaft man wieder ein paar Etappen. Schöne Grüße von Rosi und Heinz.

 


05.05.2018 von Xunqueira de Ambia nach Ourense (25,1 km)

 

Heute gab es nicht, wie versprochen in einer Bar im Ort ein Frühstück und so zogen Lucia, Arnold und ich alleine los. Die Bar im übernächsten Dorf hatte aber offen und versorgte uns mit allem nötigen.

Unterwegs gab es eigentlich nichts tolles zu entdecken und wir kamen recht schnell und routiniert nach Ourense, der letzten großen Stadt auf dem Weg. In der Kirche holten wir uns unseren Stempel ab, dann brachten wir Lucia zur Herberge und Arnold und ich zogen weiter in unser Hotel Miña. Zum Preis von 38,- Euro hatte ich eine Reservierung und auch Arnold besorgte sich eine. In Ourense wusch (4,- Euro) und trocknete (3,-Euro) ich dann mal wieder richtig meine Sachen. Danach ging ich mit Arnold noch ein Bier trinken und einen Salat essen.

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Vorort von Ourense mit Palmen.

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Selfie des Tages.

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Ein weiterer Vorort, also das Industriegebiet vor Ourense.

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Jetzt wird Ourense schon konkret und Anna aus England macht im Straßenbegleitgrün erst mal Pause.

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Wieder ein altes Kreuz am Wegesrand.

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Feierabendbier mit einer unbekannten Frau, Arnold und ich. Dazu gabe es alkfreies Bier, Orangensaft, Oliven und Erdnüsse. Wie mussten warten, bis Arnolds Zimmer bezugsfertig war.

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Mein Zimmer im Hotel Miña.

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Die Wäscherei mit interessanten Spiegeleffekten...

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...und eine Burg, schräg gegenüber.

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In der Kathedrale gab es neben dem üblichen Prunk aus Gold und Silber diesmal auch eine pilgernde Jungfrau mit Baby zu sehen. Wie sie das wohl mit dem Baby hin bekommen hat? Hat sie das Kind unterwegs geboren? Hatte sie überhaupt Sachen für das Kind dabei? Ich hätte ich ihrem Funmel nicht wandern wollen - weder mit noch ohne Kind.

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Das hier meine ich mit Prunk. Es soll die Menschen klein machen und sich unbedeutend fühlen lassen.

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Das Bier trank ich auf Christina und Christian, als ich erfuhr, dass sie ihre Prüfung zum 2. Dan bzw. 1. Dan erfolgreich bestanden hatten. Also nochmals herzlichen Glückwunsch von unterwegs :-)

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Zum Abschluss des Tages mal kein Menu del Dia oder Menu de Peregrino, sondern einen lecker Salat mit Linsen und Ziegenkäse.

 


06.05.2018 von Ourense nach Cea (23,3 km)

 

Die Nacht im Hotel war super und auch das Frühstück um 6:15 Uhr war gut, so dass ich mit Arnold gegen 7:00 Uhr los kam. Die ersten km ging es aber relativ steil bergauf und die gestern schön sauber gewaschenen Sachen waren direkt wieder vollgeschwitzt. Um nach Cea zu gelangen, gab es laut Buch drei Varianten, aber mangels Beschilderung (In welchem Ort bin ich eigentlich gerade?) verpassten wir einen Abzweig zur angeblich schönsten Variante. Unser Weg war aber auch schön und mit einer Kaffeepause zwischendurch gelangten wir dann auch problemlos nach Cea.

Die öffentliche Herberge für 6,- Euro hat 40 Betten in einem Raum und ich stieß mir leider an einer Tür für Zwerge den Schädel an. Dabei bin ich ja selber nur noch 181 cm groß. Wir blieben aber hier und einige bekannte Gesichter kamen auch hinzu.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Arnold, Anna (Leeds/England) und Josef (Kiel/Deutschland) am Brunnen im Ort. Dort konnte man wunderbar seine Füße kühlen. Meine Biere waren wegen der 28°C alkoholfrei - schmeckten aber trotzdem :-)

Nun gehen wir gleich zum Ortsanfang und versuchen, ein schönes Menü zu bekommen.

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Selfie am Morgen im Schönwettergewand.

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So oder ähnlich sahen heute diverse unserer Wege aus.

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Ein Vorgarten mit einiger diese Art Kürbisse, die man klassisch als Wasserbehälter für die Wege mitnahm.

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Aber auch solch kaputte Ortsteile sahen wir wieder zu Hauf.

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Anna und Arnold beim Kühlen der Kehlen und der Füße am Brunnen.

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Unsere Herberge. Oben ist der Schlafraum mit (ungesicherter) Terrasse, wo auch die gewaschenen Sachen in der Sonne trocknen. Unten sind die Klos, Duschen, Aufenthaltsraum und die (dreckige) Küche.

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Und so wird in einer Herberge des Häufigeren gewaschen. Es gibt aber auch welche mit Waschmaschiene/Trockner oder auch mit nix davon. Das Stück Seife gehört dazu.

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Dies ist der Schlafsaal. Bin schon auf die Nacht gespannt.

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1. Gang: Spargelsalat mit Bregen. Der Spargel kam aus den Glas und woher der Bregen kam, wollte ich gar nicht wissen.

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2. Gang: Fish and Chips.

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Nachtisch: Eine Scheibe Käse mit Früchtegelee.

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Die Bande ist gesättigt und zufrieden.

 

Kommentar:

#1 Fast geschafft — Uli 2018-05-07 10:52
Hallo Michael, schön, dich und Arnold so gut gelaunt und gesund zu sehen. Ich musste leider abbrechen und bin wieder zuhause. Buen Camino und viele liebe Grüße aus Stuttgart, auch an Arnold. Uli

 


07.05.2018 von Cea nach Laxe (34,2)

 

Wie in Arnolds Buch einigermaßen richtig vorhergesagt, ging das Licht im Schlafsaal um 21:30 Uhr automatisch aus und um 5:15 Uhr wieder an. Der Mechanismus ist schon krass, aber so richtig gestört hat das niemanden, da bei uns ja nur die unteren Betten belegt waren und die oberen Betten das Licht filterten.

Jedenfalls wollte ich heute allein gehen und das tat ich bis km 28 bei Botos auch, bis ich dort zufällig Jose und Lucia traf. Mit Jose aß ich noch einen Mega-Salat, ging dann aber allein weiter, was mir wegen des heißen Wetter etwas schwer fiel. Die Herberge ist im Beton-Style gehalten und die Hospitalera öffnet den zweiten Raum wohl erst, wenn mein Raum mit 16 Betten voll belegt ist...

Jedenfalls war das Wetter total schön und so wird es die beiden letzten Tage bis Santiago wohl auch  bleiben. Die Wege waren durchweg gut zu finden und so war das trotz der 34 km eine entspannte Tour, wenn auch ohne besondere Höhepunkte.

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Schöne Wege im Wald mit seitlichem Morgenlicht.

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Maschendrahtzäune eignen sich sehr gut, um daran selbst gebastelte Kreuze zu befestigen. Das sieht man immer wieder. Wahrscheinlich fängt einer damit an und findet sofort begeisterte Nachahmer.

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Ich mag es, durch waldige Gebiete zu gehen, weil ich das auch in Hamburg nur selten genießen kann.

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Da gehts längs.

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Wenn man sich einen nächsten “Berg“ erkämpft hat, wird man zumindest manchmal mit einer tollen und weiten Aussicht belohnt.

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Vormittagsrast mit „Bocadillo con Queso et Tomato“. Ich dachte da kommt ein saftiges Brot mit Käse und Tomaten. Kam ja irgendwie auch :-)

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Selfie des Tages.

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Nette Gegend mit saftigem Grün und frisch gepflügten Feldern.

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Manche Kühen habens drauf. Also erst eine Art Nest zu Kacken und dann sorgsam ein paar Ködel zu platzieren.

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Ein schöner Tunnelweg. Sicher werden im Laufe der Zeit noch ein paar Bäume hinein stürzen und hoffentlich begraben sie dabei keine Menschen und Tiere.

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Dieses Schäfchen war total entzückend. Es lief voller Energie umher und stupste dabei immer zwei alte Schafe an - die Eltern nehme ich an.

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Das war eine Megaschale mit Salat, aber mein Körper wollte das. Zusammen mit dem alkoholfreien Bier kostete das 11,- Euro. Dafür kostet die Übernachtung in der Herberge auch nur 6,- Euro. Eine sehr gute Gönnung.

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Hier fand ich zwei Sachen toll, und zwar den Flieder(?), der jetzt hier vermehrt blüht, sowie den ollen Trecker.

Nachtrag: Es handelt sich nach mehrfachen Hinweisen wohl doch um "Glyzinien" und nicht um Flieder.

 

Kommentar:

#1 Flieder — Margit 2018-05-11 01:02
Hallo Michael, also der „Flieder“ ist eine Glyzinie, auch Blauregen genannt. Blüht auch gerade in Hamburg.

 


08.05.2018 von Laxe nach Ponte Ulla (30,0 km)

 

Obwohl es im Zimmer der Herberge des nachts stank, hatte ich ganz gut geschlafen. Oder auch nicht, weil ich wegen des Geräuschs von Mücken keine Ohrstöpsel drin hatte. Man muss ja alle Pilger in einen Raum zwingen, obwohl es zwei Räume gegeben hätte. Das hätte für alle bessere Luft und mehr Platz bedeutet...

Nach dem Frühstück mit Lucia und Jose um 7:10 Uhr in einer Bar, die um 7:00 Uhr öffnen wollte, zog ich auch heuter wieder allein bei schönen, wenn auch bedecktem Wetter los. Wie immer ging es durch kleinere und wenig größere Orte und manchmal dachte ich, dass es doch regnen würde. Das tat es aber nicht. Das war ein total entspanntes Wandern, bis ich um ca. 14:00 Uhr Ponte Ulla erreichte.

Die Wirtin der Pension direkt an der alte Brücke spricht gut Deutsch und kocht alles selbst und sie kümmert sich liebevoll und mit einem Lächeln um ihre Gäste :-) Das fand ich wirklich gut, weil mir das bisher nicht häufig begehnete und deshalb auch vermisste.

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Selfie am Morgen vor dem Abmarsch.

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Mieze am Morgen. Sie maunzte und rekelte sich in der Sonne, aber leider unerreichbar hoch für mich.

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Ein schöner Baum/Busch, den ich Deutschland noch nie sah.

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Ja, ich weiß, schon wieder Wald, aber hier sieht der auch gut aus und nicht wie häufig so tot und mit diesem fiesen Zeug bewachsen.

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Todesnachrichten werden hier an Masten und Bushaltestellen für alle lesbar angebracht. Hier geht es um Maria Josefa, die im immerhin stolzen Alter von 91 Jahren gestorben ist.

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Aus diesem Anwesen müsste man doch etwas machen können z.B. eine nette private Pilgerherberge :-)

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Die Brücke von Ponte Ulla und meine heutige Bleibe rechts am Ende der Brücke mit der großen Fensterfront.

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Pension, Bar und Restaurant „Rios“. Kann ich nur empfehlen. Einzelzimmer für 11,- Euro und nur selbst gekochtes Essen. Gerne wieder.

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Mein Mittagessen: Frische, gebratene Sardinen.

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Abendessen: Gegrillter Seehecht mit Salat.

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Nachtisch: Selbsgemachter Pudding mit Zimt und etwas Zimtstange. Auf der Zimtstange kaute ich noch eine Weile genüsslich herum.

 

Kommentar:

#1 Endlich geschafft ? 1000 KM. — Rosi und Heinz 2018-05-09 19:54
Lieber Michael. Wir können wohl gratulieren. Du scheinst am Ziel zu sein. Die Strapazen sind vorbei. Dann sagen wir, willkommen in der Heimat. 5 Wochen,Es war eine lange Zeit. Auch von mir eine Gratulation das hast du toll gemacht!,,Es grüßen Rosi und Heinzi

 


09.05.2018 von Ponte Ulla nach Santiago de Compostela (21,9 km)

 

Das Wetter war zwar durchgehend bedeckt, aber trocken. Galizien ist durchaus für viel Regen bekannt, aber ich habe die letzten beiden Wochen echt Glück gehabt - wie schon 2016.

Meine Pension in Ponte Ulla war mit 11,- Euro inklusive eigenem Bad wirklich sehr günstig und zusammen mit der freundlichen und hilfsbereiten Wirtin ein echtes Highlight dieser Tour.

Ich konnte die rund 5 Stunden bis Santiago gemütlich und allein den Weg beschreiten. Eine Kaffeepause war auch noch drin. Erst in Santiago hörten die Wegmarkierungen auf, aber es zeigte sich wieder, dass jeder Jakobsweg tatsächlich wohl einen anderen Zugang zur Stadt hat.

In Santiago angekommen geht man natürlich zu dem Platz vor der Kathedrale, wo man manchmal bekannte Gesichter wieder trifft. Ich traf aber nur später in der Stadt das eine oder andere Gesicht wieder: Jose aus Panama, die andere Jucia, also nicht die aus Bologna sowie April aus Schottland. 

Ich habe hier mitten im Zentrum der Altstadt, drei Minuten zur Kathedrale, ein kleines aber pieksauberes Zimmer mit Bad für 50,- Euro pro Nacht. Das ist zwar teurer, aber das sind eben die Preise hier. Santiago ist eine Hochburg des Tourismus und somit auch profitorientiert. Sogar aus A Coruña karrt man Kreuzfahrttouristen hier in die Stadt.

Zur Zeit gibt es hier auf vier Bühnen einiges an Live-Musik dargeboten und auf dem Uni-Campus gibt es eine Kirmes mit Riesenrad usw.

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Das Selfie vom Morgen.

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Nochmals durfte ich waldige Gebiete durchschreiten.

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Wege durch Weinranken. Das ist bestimmt schön imer Sommer/Herbst, wenn da auch die Trauben hängen.

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Der Berg im Hintergrund heißt Pico Sacro und wird in Galizien verehrt. Hier hat der Legende nach mal ein Drache sein Unwesen getrieben.

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Eine unbedeutende und unscheinbare Straße am Eingang von Santiago - wären da nicht schon die beiden Türme der Kathedrale zu erkennen :-)

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Nach 35 Tagen unterwegs sowie einem Tag Pause in Zamora, bin ich nun in Santiago auf dem Platz vor der Kathedrale angekommen. Die Summe meiner einzelnd gemessener Touren beläuft sich tatsächlich auf 1001,5 km. Ein langer Weg, aber ein toller Weg.

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Dies ist die Compostela, also die kirchliche Urkunde zum Nachweis des erfolgreichen Beschreitens eines Jakobswegs.

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Mittagessen beim Italiener: Al dente Macaroni mit Gorgonzola sowie reichlich Parmesan...

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...und einen kleinen Gelben hinterher. Das war aber nicht der Spanische Kräuter-Grappa, sondern Limoncello, der hier auch gern mal getrunken wird.

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Abends nach Prüfung der Bushaltestelle für den Airport-Shuttle sowie etwas Einkaufen, ging ich noch einmal zum Italiener. Es gab Pizza mit Ziegenkäse, Honig und Nüssen.

 


 

10.05.2018 von Santiago zurück nach Hamburg

 

Die letzte Nacht hatte ich sehr gut geschlafen, auch wenn ich gegen 3:30 Uhr wieder hellwach war. Immerhin war das eine gute Gelegenheit, die Webseite von gestern zu gestalten und zu veröffentlichen. Danach schlief ich aber unverschämt lange bis 7:40 Uhr. 

Ganz entspannt frühstückte ich, machte draußen und in der Kathedrale noch ein paar Fotos, packte meine Sachen und begab mich zum Bus der mich zum Flughafen bringen sollte. Der war natürlich voll mit Pilgern, aber die waren auch alle ganz entspannt.

Nach einigem Hickhack am Flughafen konnte ich sogar mein Standy-Ticket auf heute ändern und wurde dann auch direkt bis Hamburg akzeptiert. Vielen Dank an den Kollegen der Service-Gesellschaft, die in Santiago die Flüge für Lufthansa abwickelt.

Gleich geht es wieder nach to Huus in mein eigenes Bettchen, worauf ich mich auch schon freue.

Rückreise:
  LH1111, SCQ-FRA, 14:00-16:25
  LH030, FRA-HAM, 19:00-20:05

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Ein Stein im Boden vor der Kathedrale.

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Noch‘n Stein. Die Inschriften muss ich mal in Ruhe versuchen zu übersetzen.

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Die große Treppe am Eingang der Kathedrale. Dieser (übliche) Eingang befindet sich nicht auf dem großen Platz.

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Dies ist der hier nur spärlich beleuchtete Altarraum der Kathedrale. Beim Gottesdienst strahlt dann alles golden. Man erkennt, dass hier, wie auch außerhalb, diverse Restaurierungsarbeiten im Gange sind.

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Links und rechts erkennt man je zwei Teile der großen Orgel, die sich sich hier gegenüber stehen. Außerdem sieht man oben in der Mitte den Mechnismus, an dem der manchmal dampfende Weihrauchtopf (Botafumero) durch die Flügel der Kathedrale geschwenkt wird.

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Dies ist ein weiterer Platz direkt an der Kathedrale. Hier gab es gestern „Danz op de Deel“!

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Wenn dies ein Denkmal für geschundene Füße ist, dann ist das mehr als überfällig. Ich hatte bisher einige kaputte Füße gesehen und weiß von einigen, die deshalb aufgeben mussten und ich sah diverse Menschen, die hier jeden Tag durch Santiago humpelten.

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Die Altstadt von Santiago, um ca. 9:30 Uhr scheinbar noch im Schlaf.

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Der Flieger, der mich wieder nach Hause bringt, kommt gerade.

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Letztes Selfie dieser Reise.

 

Kommentar:

#1 Endlich — Heinz 2018-05-10 21:19
Hallo Michi. Ich bin froh, das du wieder wohlbehalten in der Heimat bist. Endlich kann ich dir vor Bewunderung auf die Schulter klopfen. Ich ziehe den Hut vor so einer Bravorösen Leistung. Vor allem die Termin genauen Etappen auf den Tag genau von Hotel zu Hotel oder Herberge. Sei gegrüßt von Heinz und Rosi die hinter mir steht.

 


Nachbetrachtung zum Camino 2018

 

Der Jakobsweg "Via de la Plata" ist ebenso wie all die anderen Wege ein wriklich toller Weg mit landschaftlich sehr reizvollen Momenten. Durch seine Länge von rund 1000 km ist man entsprechend lang unterweg und hat mehr Gelegenheiten vom Alltag "runter zu kommen". Im Gegensatz zum Hauptweg "Camino Frances" sind hier allerdings deutlich weniger Pilger unterwegs. Über 98% der Pilger, die ich hier traf, sind im Vorwege schon ein oder mehrere andere Wege gegangen und waren somit recht erfahrene Pilger. Das sollte man hier auch sein, weil die Infrastruktur bei weitem nicht so komplett (und kommerzialisiert) ist, wie beim Hauptweg. Zum Teil muss man 20-40 km gehen, weil es unterweg wirklich keine andere Unterkunft gibt. Manchmal gibt es auf diesen Strecken noch nicht einmal möglichkeiten einer Rast, keine Bar, kein trockenes Dach, nix. Das ist besonders dann eine Herausforderung, wenn es vorher regnete. Man setzt sich ja vor allem bei Regen nur ungerne ins nasse Gras zu den Zecken. Nicht selten traf ich Pilger, die deshalb einzelne Strecken oder Abschnitte mit dem Bus oder Taxi abkürzten - sie hätten z.B. 30-40 km in praller Sonne oder im strömenden Regen nicht gut geschafft.

Man sollte gut auf die Jahreszeit achten, in der man unterwegs ist. Pilger, die z.B. im Februar starteten, mussten abbrechen, weil diverse Wege wegen Überschwemmungen zu Fuß unpassierbar waren. Ich selbst startete Anfang April und musste x-mal nach Umwegen suchen, um Riesenpfützen und versumpfte, schlammige Wiesen zu umgehen. Mehrfach wählte ich die Straße, weil die Wege einfach nicht zumutbar waren. Auch beim Padornelo-Pass wurde wegen Nässe geraten, an der Straße zu gehen. Die Hitzezeiten im Sommer/Herbst in Andalusien und in der Extremadura sollte man ebenfalls nicht unterschätzen. Temperaturen von +40°C im Schatten (aber ohne Schatten) müsste man mit Gepäck und reichlich Wasser aushalten können. Solche Etappen gehen an die Substanz. Als ich mich z.B. nach dem 20. Tag zum Mittagsschlaf nieder legte, wusste ich nach ca. 2 Stunden Tiefschlaf, dass auch ich dringend einen Tag Pause benötige. In dem Punkt war ich nicht der einzige und das sollte man dann sich auch gönnen und entsprechend planen. Mit kürzeren Etappen machte ich dann einen Neustart bis Etappe 35 nach Santiago. Das ist ja schließlich kein Wettkampf und man ist keine Maschine. 

Von den Wegen abgesehen, belohnt einen die Natur mit sehr schönen Aussichten über weite Gebiete, Täler und Berge sowie auch über scheinbar endlos flache Ebenen. Selbst der Himmel wirkt manchmal ganz gewaltig. Auch hier ist jeder Tag irgendwie anders und trotz der Einfachheit voller Überraschungen. Erstaunlich ist ja auch, wen man wann und wo wieder trifft. Das pilgernde Volk kommt auch hier aus aller Herren Länder. Man trifft sich, verliert sich aus den Augen und trifft sich manchmal trotzdem wieder.

Auf all diesen Seiten habe ich wieder nur die äußeren Dinge und Erlebnisse versucht darzustellen und ich hoffe, dass es mir gelungen ist, einige "Follower" ein wenig mit auf die Reise zu nehmen. Alles "innere" gehört nicht auf diese Webseite. Ich danke allen, die mir in Gedanken, Kommentaren oder auf sonstigen Kanälen beigestanden haben. Das war sehr schön für mich.

Liebe Grüße, Buen Camino, Michael 

 

Was sich in der gleichen Zeit in Hamburg innerhalb von rund sechs Wochen in der Natur so tut:

Natur 180403   B800

03.04.2018 - Die Natur bei Abflug nach Sevilla. In Ansätzen waren natürlich schon Knospen von Bäumen und Büschen zu erkennen, aber im Grunde war noch alles grau in grau - typisch Hamburg eben :-)

Natur 180512   B800

09.05.2018 - Da ist man nur rund 6 Wochen weg von Zuhause und das Grün in Hamburg ist geradezu explodiert. Das zu sehen und nach dem Regen auch zu riechen, war schon echt beeindruckend.

 

Der Pilgerausweis bzw. Credencial del Peregrino:

Credencial Seite 1 H0600  Credencial Seite 2 H0600 

Titelseite des Pilgerausweises sowie die finale Bestätigung des Pilgerbüros in Santiago de Compostela, dass man den Jakobsweg gegangen ist. Ernsthaft geprüft wurden die Seiten allerdings nicht. Vielleicht reicht den Leuten dort auch ein kurzer Blick, um zu erkennen, dass sämtliche Stempel plausibel erscheinen.

Credencial Seite 3 H0600

Stempel der austellenden Kirche des Ausweises - hier St. Jacobi Hamburg - mit den ersten Stempeln von Kirchen und Kathedralen bzw. Stätten von Übernachtungen.

Credencial Seite 4 H0600

Weitere Stempel...

Credencial Seite 5 H0600

...noch mehr Stempel...

Credencial Seite 6 H0600

...bis zur letzten Seite. Auch hier hat das Pilgerbüro in Santiago final noch einmal einen Stempel rein gehauen.

 

Kommentar:

#1 Respekt Lob und Anerkennung — Alexandra 2019-04-03 18:17
Lieber Michael, danke für deine fesselnden Beiträge und überaus schönen Bilder. Das war wie ein spannendes Buch zu lesen. Ich konnte einfach nicht aufhören :-). Dickes Lob dafür und große Anerkennung für diese bzw. DEINE Leistung! Wohin geht es dieses Jahr? Der Geburtstag ist ja nicht mehr weit ;-). Buen camino und Grüße an Mutti, die coole Socke mit den tollen Bemerkungen!

 

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